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Die Schlange wird kürzer: Python soll jährlich eine neue Version bekommen

Die Programmiersprache Python erscheint künftig alle 12 statt 18 Monate, das nächste Release ist für Oktober 2020 geplant. An Support-Zeiten ändert sich nichts.

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(Bild: Michael Schwarzenberger, gemeinfrei (Creative Commons CC0))

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Der Releasezyklus der Programmiersprache Python wird kürzer: Künftig soll einmal im Jahr eine neue Version erscheinen. Das hat Brett Cannon, Mitglied des Steering Council der Programmiersprache, über die Mailing-Liste bekanntgegeben. Damit scheint die langwierige Diskussion darüber, vom bisherigen Zeitraum von rund 18 Monaten abzuweichen, nun ein Ende gefunden zu haben.

Cannon begründet die Entscheidung damit, dass die Community durch einen konstanten jährlichen Rhythmus besser wisse, wann Betaphasen beginnen und Release Candidates vorliegen. Außerdem könnten Entwickler von Python-Werkzeugen ihre neuen Versionen entsprechend damit synchronisieren, und die Anzahl der neuen Features pro Release wird für Anwender überschaubarer. Zu guter Letzt sollen neue Features dadurch schneller in der Sprache landen können.

Mitte Oktober 2019 erschien mit Python 3.8 die jüngste Version der Programmiersprache. Demnach folgt Python 3.9 nun am 5. Oktober 2020, nach dem bisherigen Release-Plan wäre sie erst im April 2021 veröffentlicht worden. Die Betaphase soll drei Monate dauern, für Release Candidates (RC) sollen zwei zur Verfügung stehen. Die Python-Community behält sich aber vor, auf längere Beta- und kürzere RC-Zeiträume umzusteigen, falls das geplante Vorgehen nicht reibungslos funktioniert.

Entwarnung will der Steering Council für diejenigen Unternehmen und Projekte bieten, die nicht jährlich auf eine neue Version aktualisieren können. Der Vorschlag zum neuen Releasezyklus sieht vor, dass Deprecations mindestens zwei Releases erhalten bleiben, bevor sie aus der Sprache entfernt werden. Bislang war diese Phase rund sechs Monate kürzer. Sicherheitsupdates gibt es weiterhin für fünf Jahre. Darüber hinaus hoffen die Sprachentwickler, dass durch die nun aufgeräumte stabile ABI ein Upgrade auf neuere Versionen leichter von der Hand gehen soll.

Das Ringen um die Dauer des Releasezyklus von Python herrscht schon eine Weile vor. Die jüngste Diskussion entfachte Łukasz Langa, Release-Manager von Python 3.8 und 3.9, mit einer Präsentation beim Python Language Summit 2018. Dort schlug er jährliche Releases vor, ein Jahr später forderte er eine Halbierung der jetzigen Dauer – also ein Release alle neun Monate. Das fanden die meisten allerdings etwas zu flott. Infolgedessen entstanden zwei Python Enhancement Proposals (PEP), die das Thema unterschiedlich angehen.

Davon ist PEP 602 – Annual Release Cycle for Python, das nun akzeptierte. Der andere Vorschlag – PEP 605 – sah vor, den Pre-Release-Prozess dahingehend zu überarbeiten, dass es einen kontinuierlichen Strom an neuen Python-Features gibt (PEP 605), auf die Anwender via Opt-in zurückgreifen können. Das PEP 607 fasst die Diskussion noch einmal zusammen. (bbo)