Docker landet auf dem Raspberry Pi und anderen ARM-Systemen

Im Zuge der neuesten Docker-Version ist es nun möglich, die Container-Plattform auf ARM-basierenden Geräten wie Raspberry Pi zu verwenden. Das mag Docker zum erfolgreichen Einstieg in Embedded- und IoT-Entwicklung verhelfen.

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Docker landet auf dem Raspberry Pi und anderen ARM-Systemen
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Mit der neuen Version 1.12.1 von Docker ist es nun möglich, die Containerplattform auch in Verbindung mit ARM-Geräten zu nutzen. Das bedeutet auch die Installation auf dem Einplatinencomputer Raspberry Pi über Raspbian Jessie, die notwendigen Debian-Pakete kommen dafür direkt von Docker. Darüber hinaus gibt es etliche Bugfixes in den Bereichen Netzwerk, Client, Plug-in und Volume. Einige Bugfixes betreffen darüber hinaus das Docker-Orchestrierungswerkzeug Swarm.

Zwar wird die ARM-Unterstützung seitens der Docker-Entwickler nicht besonders hervorgehoben, doch kann sie durchaus eine große Auswirkung auf das Docker-Ökosystem haben. Denn somit wird Docker plötzlich auch für viele Embedded- beziehungsweise IoT-Programmierer (Internet of Things) ein ihre Entwicklungen unterstützendes Werkzeug, das außerhalb der Entwicklung für eingebettete oder IoT-Systeme in den vergangenen drei Jahren nach Meinung vieler die Softwareentwicklung revolutioniert hat.

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Maßgeblich an der ARM-Unterstützung hat das Hypriot-Team aus Bamberg mitgewirkt, das selbst ein auf Docker spezialisiertes Betriebssystem für Raspberry Pi und andere ARM-Boards liefert. Von HypriotOS, einem Debian-basierten Container-Betriebssystem mit Fokus auf Sicherheit und möglichst geringer Größe, das alle wichtigen Docker-Werkzeuge vorinstalliert, liegt nun ein erstes Major Release 1.0.0 vor.

Die Hypriot-Entwickler sind seit Ende 2014 daran, Docker auf ARM-Geräten zum Laufen zu bringen, und Anfang 2015 zeigten sie ein erstes Ergebnis ihrer Arbeiten für den damals gerade erschienenen Raspberry Pi 2, was letztlich sogar dazu führte, dass die Raspberry-Pi-Unterstützung Teil der Abschluss-Keynote der DockerCon im Juni 2015 war. Damals war außerdem ein Wettbewerb ausgelobt worden mit dem Ziel herauszufinden, wie viele Webserver sich mit Docker auf einem Raspberry Pi betreiben lassen (nämlich 2500).

Spätestens danach war ein steigendes Interesse seitens der Docker-Community zu beobachten, mit dem die Professionalisierung von Docker für Embedded Systems infolge verschiedener ARM-Portierungen, kontinuierlichen Releases und einer vereinfachten Installation einherging.

Für die Nutzung von Docker auf ARM-Geräten spricht einiges. Da zum Beispiel der Raspberry Pi gerne als Experimentierumgebung insgesamt oder auch zum Einstieg für das Internet der Dinge genutzt wird, sind eine einfache Installation von Experimenten, ein einfaches Aktualisieren, aber auch die restfreie Deinstallation über Docker zu begrüßen. Außerdem ist es einfach möglich, die eigenen Experimente weiterzugeben. Neue Geräte lassen sich zusätzlich sofort mit Treibern oder bestimmter Anwendungssoftware versorgen. Letztlich mag es zur Öffnung des Docker-Markts für Embedded Systems kommen.

Siehe dazu auf heise Developer:

(ane)
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