Docker übernimmt die File-Sharing-Plattform Infinit

Mit der Technik von Infinit will Docker einen sicheren, verteilten Storage integrieren um die Umsetzung von Legacy-Enterprise-Anwendungen und Stateful Services in Containern zu vereinfachen.

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Docker übernimmt Infinit

Docker hat mit der Übernahme des Pariser Startups Infinit eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Firma zugekauft. Die gleichnamige Webplattform ist ein Dienst zum sicheren Übertragen von Dateien, der sich durchaus auch an Endanwender richtet. Die zugrunde liegende Infinit Storage Plattform existiert eigenständig und eignet sich im Container-Umfeld wegen ihres dezentralen Ansatzes und unterschiedlicher APIs für den Zugriff auf Block- Objekt- oder Dateiebene gut für containerisierte Anwendungen.

Die Infinit-Plattform verbindet unterschiedliche Serverplattformen und Speichertechniken. (Bild: Infinit)

Offensichtlich hat die technische Umsetzung Docker überzeugt: Das Unternehmen möchte mit der Plattform einen sicheren, verteilten Storage bieten, mit dem Entwickler Legacy-Enterprise-Anwendungen und Stateful Services einbinden können. So sollen sich vor allem verteilte Containeranwendungen umsetzen lassen, die in einer hybriden Infrastruktur existieren und unterschiedliche Arten des Speicherzugriffs verwenden.

Die Infinit-Storage-Plattform ist modular aufgebaut und komplett softwarebasiert, sodass sie sich sich auf diversen Plattformen vom dedizierten Rechner über virtuelle Maschinen bis zum Container verwenden lässt. Da die Steuerung komplett programmatisch erfolgt, können Entwickler die passende Storage-Infrastruktur aus ihren Anwendungen heraus erstellen. Durch den Peer-to-Peer-Ansatz vermeidet sie Engpässe und einen Single Point of Failure. Sie besitzt zudem Techniken zur Selbstheilung, um auf unterschiedliche Ausfälle zu reagieren.

Quentin Hocquets Vortrag auf dem Docker Summit in Berlin

Wie gut die beiden Unternehmen zusammenpassen zeigt, dass der CTO von Infinit Quentin Hocquet auf dem Docker Distributed Systems Summit in Berlin einen Vortrag über verteilten Storage gehalten hatte. Er schreibt in seinem Blogbeitrag zur Übernahme, dass bis zum 1.0-Release noch einiges zu tun sei, um die Stabilität, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit zu gewährleisten. Die einzelnen Komponenten sollen schrittweise als Open-Source-Software veröffentlicht werden. Eine eigene Seite listet die jeweiligen Projekte und die verwendeten Lizenzen auf.

Weitere Details finden sich im Blogbeitrag von Quentin Hocquet und im Docker-Blog. (rme)