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DockerCon: Docker stellt "Lego-Set" Moby für Systembauer vor

Um die Verbreitung von Containerisierungstechniken voranzubringen, soll das Containerökosystem nicht nur gemeinsam an Komponenten arbeiten, sondern auch dabei helfen, sie zu Systemen zusammenzusetzen.

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Im Rahmen der Mitte April in Austin, Texas, tagenden DockerCon, hat das Unternehmen hinter der Containerisierungstechnik Docker sein neues Projekt Moby vorgestellt. Es besteht aus einer Bibliothek in Containern verpackter Backend-Komponenten, einem Framework, um diese zusammensetzen zu können und einer Moby Origin genannten Referenzzusammenstellung oder -Assembly, die auch die Grundlage der Docker-Containerplattform darstellt. Durch das Projekt können Interessierte eigene Containersysteme erstellen und dabei nur von ihnen benötigte oder präferierte Komponenten nutzen.

In einem Blogeintrag beschreibt Docker-CTO Solomon Hykes Mobys Komponentenbibliothek, die unter anderem die Container-Engine systemd, das Orchestrierungstoolkit SwarmKit sowie Elemente zum Netzwerkaufbau, Loggen, Verwalten von Datenträgern und Images umfasst, als Lego-Set für Systembauer. Es soll die Zusammenarbeit im Containerökosystem ausweiten, sodass nicht nur Komponenten zusammen entwickelt werden, sondern auch Distributionen für unterschiedliche Bedürfnisse. Dadurch erhofft sich das Unternehmen einen weiteren Schub, was die Verbreitung von Containerisierungstechniken angeht.

Die Idee für Moby entstand wohl als Reaktion auf die vielen Versionen, die Docker im letzten Jahr für unterschiedliche Plattformen zusammengestellt hat, wobei die internen Teams ähnlich zusammenarbeiten mussten, wie es sich das Unternehmen nun für das Ökosystem erhofft. Moby soll außerdem als Ausgangspunkt für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für neue Komponenten und Containerisierungstechniken mit der Community dienen, weshalb die Open-Source-Bemühungen sich laut Hykes nun nach Moby verlagern werden.

Docker ist eine Technik zum Verpacken von Anwendungen und deren Abhängigkeiten in sogenannten Containern. Letztere sollen sich auf unterschiedlichen Plattformen verteilen und ausführen lassen und weniger Aufwand als etwa virtuelle Maschinen bedeuten. Die Container-Engine containerd des Projekts wird seit März 2017 als Teil der Cloud Native Computing Foundation weiterentwickelt, die auch dessen Alternative rkt sowie den Orchestrator Kubernetes beherbergt.

Dockers Stellung im Containerökosystem ist nicht unumstritten, da das Projekt zwar treibende Kraft hinter der Containerisierung von Anwendungen war, zwischenzeitlich aber Zweifel an der Monopolstellung des Projekts und des damit verbundenen Unternehmens laut wurden und ein Vendor-Lock-in befürchtet wurde. So wurde etwa die Integration des Clusteringsystems Docker Swarm von einigen als Maßnahme gegen Konkurrenzprodukte wie Kubernetes, Nomad und Co interpretiert. Das mit Moby vorgestellte modulare Konzept ließe Nutzern hier mehr Wahlfreiheit. (jul)