DynamoDB – neue NoSQL-Datenbank von Amazon

Amazons neuer AWS-Service DynamoDB greift die Dynamo-Technik früherer Jahre auf und kombiniert sie mit den Eigenschaften des Datenbankmanagement-Systems SimpleDB zu einer neuen NoSQL-Datenbank.

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Von
  • Alexander Neumann

Amazon hat unter dem Namen DynamoDB eine NoSQL-Datenbank veröffentlicht, mit der der Konzern eine schnelle und skalierbare Alternative zu traditionellen relationalen Datenbanken bieten will. Er versteht DynamoDB vor allem als Cloud-Computing-Dienst, so übernimmt er sämtliche Administrationsaufgaben und kümmert sich neben dem Bereitstellen der Hardware um das Erfüllen von Replikations-, Installations-, Partitionier-, Patch- und Skalieranforderungen. Zielgruppe für DynamoDB sind vor allem Internetfirmen, die mit zunehmend mehr Daten arbeiten müssen.

Geht es nach Amazons CTO Werner Vogels, sind in den neuen Service die Erfahrungen aus 15 Jahren Forschung eingeflossen. De facto hat Amazon schon 2007 das Dynamo-Whitepaper vorgestellt und später den gleichnamigen Key-Value-Store angekündigt. Er kommt bei der Firma in einigen Infrastrukturbereichen zum Einsatz, wird allerdings von Kunden offenbar nicht häufig in Anspruch genommen, da das Aufsetzen von Datenbanken damit als zu aufwendig gilt.

Deswegen kombiniert Amazon das ursprüngliche Design der Dynamo-Technik samt inkrementeller Skalierbarkeit und vorhersagbarer Leistung (predictable high performance) mit Funktionen des vor verteilten Datenbankmanagement-Systems SimpleDB. Es bietet Eigenschaften wie einfache Administration, Konsistenz und ein auf Tabellen beruhendes Datenmodell. Die Daten speichert DynamoDB auf Solid State Drives (SSD) und repliziert sie synchron über mindestens drei Rechenzentren.

Die DynamoDB wird als Teil des Geschäftsbereichs Amazon Web Services (AWS) angeboten. Sie lässt sich mit anderen AWS-Diensten integrieren, etwa mit Elastic MapReduce , wodurch sich große Datensätze mit dem Map-Reduce-Framework Hadoop analysieren lassen. Zum Ausprobieren ist der Dienst bei bis zu 100 MByte Datenspeicher, 5 Schreib- und 10 Lesevorgänge pro Sekunde sowie höchstens 40 Millionen Aufrufen pro Monat kostenlos. Im Produktivbetrieb richten sich die Kosten unter anderem nach den Lese- und Schreibvorgänge pro Sekunde und dem gespeicherten Datenvolumen.

Bislang hat der Service Beta-Status. Amazon hat seine AWS SDKs (Software Development Kits) so überarbeitet, dass sie DynamoDB vollständig unterstützen. Erste Schritte mit PHP zeigt der Blog-Eintrag "Amazon DynamoDB – Internet-Scale Data Storage the NoSQL Way". Das erwähnte Dynamo-Whitepaper diente auch als Grundlage für NoSQL-Datenbanken wie Apache Cassandra und Riak. (ane)