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EU-Projekt ALMA soll Softwareentwicklung für Mehrkernprozessoren erleichtern

Scilab- und MATLAB-Programmierer sollen mit der im Rahmen des Projekts entstandenen Toolchain in Zukunft auf Einkernprozessoren ausgelegte Code für Mehrkernarchitekturen parallelisieren können.

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EU-Projekt ALMA soll Softwareentwicklung für Mehrkernprozessoren erleichtern

Im Rahmen eines durch die EU geförderten Forschungsprojekts, haben das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, die Universitäten von Rennes und Peloponnes, Recore Systems B.V., das Technological Educational Institute of Western Greece und Intracom Telecom eine Toolchain zur Softwareentwicklung für Mehrprozessorarchitekturen erarbeitet. ALgorithm parallelization for Multicore Architectures, kurz ALMA, soll demnächst von einer KIT-Ausgründung namens emmetrix Technologies vermarktet werden.

Die Toolchain nimmt Scilab- oder MATLAB-Code entgegen, wandelt ihn in C-Code um und parallelisiert sowie optimiert ihn im Anschluss, sodass er für den Einsatz in Mehrkernarchitekturen bereit ist. Normalerweise müssen Entwickler ihren Code der Architektur anpassen, wenn sie mehr als einen Kern für Berechnungen nutzen wollen. Für diese Herangehensweise müssen sie allerdings gut mit dem Aufbau vertraut sein. Und sobald die Anwendung mehr Kerne zur Beschleunigung nutzen soll, ist der Code neu anzupassen, sodass sich bestehende Fragmente nur schwer übernehmen lassen.

Mit ALMA wird der Code hingegen für einen Kern beschrieben und automatisch parallelisiert. Unternehmen, die bereits mit MATLAB arbeiten, können folglich vergleichsweise einfach probieren, ob bestehender Code von Mehrkernsystemen profitieren kann. Erste Tests mit einer Objekterkennungs- und Verfolgungssoftware beziehungsweise einer Anwendung für einen drahtlosen Internetzugang konnten wohl bereits zeigen, dass sich der Aufwand hinsichtlich Zeit und Kosten der Implementierung bei der Umsetzung mit ALMA um 30 beziehungsweise 58 Prozent reduzieren ließen. Nähere Informationen lassen sich der Pressemitteilung des KIT entnehmen. (jul)