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Eclipse Che 5.0 ist fertig

Die Entwicklerplattform bekommt ein neues CLI und verwendet das Language Server Protocol. Außerdem können Workspaces nun mehrere Container enthalten.

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Mit leichter Verspätung ist das ursprünglich für Ende 2016 geplante Eclipse Che 5.0 erschienen. Zu den Neuerungen gehören unter anderem ein flexiblerer Umgang mit Workspaces und Erweiterungen der Docker-Funktionen. Che verbindet eine Cloud-IDE mit einer Workspace-Umgebung und setzt dabei auf Docker-Container. Entwickler können vorhandene Produktivumgebungen in Entwicklungsumgebung wandeln und dazu auf Docker-Werkzeuge wie Compose zurückgreifen. "Dev Mode" beschreibt eine Laufzeitumgebung, die auf einem Produktionssystem basiert und um den Quellcode sowie benötigte Agenten beispielsweise für SSH erweitert ist.

In Che 5 können Entwickler "dockerisierte" Anwendungen komplett innerhalb der Plattform bearbeiten und debuggen. Dazu erstellen sie Docker Compose Files und Dockerfiles. Letztere sind Textdateien, die die Befehle zum Erstellen eines Docker Image enthalten und über docker build ausgeführt werden. Erstere sind YAML-Dateien (YAML Ain't Markup Language), die Dienste, Netzwerke und Docker Volumes definieren.

Die Macher haben das Kommandofenster zudem komplett neu geschrieben. Es bietet nun eine integrierte Hilfe zur Konfiguration, leitet die Proxy-Konfiguration vom Docker-Daemon ab und ermöglicht eine Offline-Installation. Die neue Datei che.env enthält die einheitlichen Konfigurationsparameter. Alle Nutzerdaten liegen zentral, um das Backup zu vereinfachen. Neu ist zudem der Befehlsparameter -debug, um den Che-Server mit einem Debugger-Port zu starten.

Auch lässt sich die Umgebung besser für unterschiedliche Betriebssysteme anpassen: Die Kommandozeile bietet für Docker Compose die zum OS passende Syntax, und Vorlagen und Module ermöglichen betriebssystemspezifische Befehle. Das CLI ist zudem selbst als Docker-Container implementiert, der sich beim Vererben um zusätzliche Befehle und Funktionen erweitern lässt.

Eclipse Che erlaubt nun mehrere Container-Laufzeitumgebungen innerhalb eines Workspaces, um beispielsweise Datenbanken und Anwendungen in unterschiedlichen Containern abzulegen. Die einzelnen Maschinen verwaltet die Plattform in einem virtuellen Docker-Netzwerk, sodass sie miteinander kommunizieren können. Entwickler können zusätzliche Verzeichnisse in den Workspace mounten.

Entwickler können ihre eigenen Stacks von vorgefertigten ableiten.

Neu ist zudem das automatische Erstellen von Snapshots, die den Status des Projekts und der Workspace-Laufzeitumgebung enthalten. Bisher war ein solcher Schnappschuss zwar manuell möglich, aber jetzt erfolgt er automatisch beim Anhalten des Workspaces. Beim erneuten Start stellt Che standardmäßig den zuletzt gespeicherten Status wieder her.

Entwickler können nun Workspaces erstellen, die auf spezielle Aufgaben zugeschnitten sind und somit nur die benötigten Komponenten enthalten. Mit sogenannten Workspace Agents lassen sich zudem spezielle Dienste wie Autovervollständigung für bestimmte Programmiersprachen oder SSH in Workspaces installieren.

Die Entwicklungsumgebung implementiert nun das Language Server Protocol. Die Schnittstelle vereinheitlicht die Syntaxanalyse, Autovervollständigung und das Refactoring durch eine Komponente, die unabhängig von der IDE in einem Sprachserver läuft. Microsoft hatte es für Visual Studio Code entwickelt und auf GitHub veröffentlicht. In der Freigabe als offenes Protokoll für beliebige IDEs hatten sich Codenvy, das die Grundzüge von Che entwickelt hat, und Red Hat im Juni 2016 dem Projekt angeschlossen.

Derzeit verwendet Che das Langue Server Protocol für C#, TypeScript, JSON und PHP.

(Bild: Eclipse)

Weitere Details unter anderem zu den Debugging-Erweiterungen mit gdb sowie Node.js- und Zend-Debuggern finden sich im Blogbeitrag zum Release. Trotz der Versionsnummer 5.0 handelt es sich übrigens erst um das zweite Major Release, da Eclipse Che im März 2014 mit der Versionsnummer 4.0 an den Start gegangen ist. Che entsteht im Rahmen der Eclipse Foundation quelloffen. Zu den Firmen, die sich in der Entwicklung engagieren, gehören neben Codenvy unter anderem IBM, SAP und Red Hat.

Siehe dazu auf heise Developer:

(rme)