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Eclipse-Entwickler interessieren sich vermehrt für Cloud- und Mobil-Programmierung

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Die Eclipse Foundation hat die Ergebnisse ihrer von Mitte April bis Mitte Mai weltweit online durchgeführten Umfrage im jährlich erscheinenden "Open Source Developer Report" (PDF) vorgestellt. An der seit 2007 erstmals durchgeführten Befragung der Open-Source-Organisation zur freien Eclipse-Entwicklungsumgebung beteiligten sich dieses Jahr etwas mehr als 600 Teilnehmer, von denen knapp 70 Prozent sich als Java-Entwickler bezeichneten. Die meisten Teilnehmer kamen mit knapp 20 Prozent aus Deutschland.

Die Open-Source-Organisation wollte unter anderem erfahren, wie die Teilnehmer zu Cloud Computing stehen. Die Zahl derer, die bereits Anwendungen in der Cloud laufen haben oder genau das beabsichtigen, ist zum Vorjahr um über 6 auf 36 Prozent gestiegen. Davon nutzen knapp ein Drittel Amazons Cloud-Plattform. 23.1 Prozent gaben an, private Clouds einzusetzen. Das sind knapp 7 Prozent mehr als im Vorjahr und verdeutlicht die steigende Bedeutung solcher Cloud-Deployments.

Zum ersten Mal hat die Foundation nach der Entwicklung mobiler Applikationen gefragt. Rund 60 Prozent der antwortenden Teilnehmer gaben an, mobile Apps entwickelt zu haben oder das vorzuhaben. Nicht verwunderlich ist, dass Eclipse-Anwender Android (85,1 %) als beliebteste mobile Plattform für die App-Entwicklung wählten, schließlich werden die meisten Android-Apps in Java geschrieben und es gibt von Google dafür ein bewährtes Eclipse-Plug-in. An zweiter Stelle liegt Apples iOS mit 66,3 Prozent, gefolgt von RIMs Blackberry (15,2 %) und Windows Phone 7 (14,2 %).

Vergleichbar sind die Daten hinsichtlich der beliebtesten Programmiersprache und der verbreitetsten Eclipse-IDE. So entschieden sich 75,7 Prozent für Java als Sprache und 68,3 Prozent für die Eclipse Java Development Tools (JDT). Es folgen die C/C++- (9,2 %) und die PHP-Programmierer (4,8 %) beziehungsweise C/C++ Developer Tools (CDT) (6,3 %) und PHP Development Tools (PDT) (4,8 %). Anzumerken sei an der Stelle sei, dass Eclipse traditionell insbesondere in der Java-Entwicklung große Verbreitung findet, weshalb die Zahlen nicht repräsentativ für die gesamte Zunft der Softwareentwickler sind. Auch ist davon auszugehen, dass nicht selten Programmierer mit mehreren Sprachen hantieren müssen. So ist vor allem JavaScript als Zweitsprache anzusehen, die in Verbindung mit anderen Sprachen genutzt wird. Das verdeutlichen auch die 36,2 % der Teilnehmer an der Studie, die zusätzlich mit JavaScript arbeiten.

Einen Trend der letzten Zeit machen die Themen Sourcecode-, Änderungs- und Build-Management aus. Die Eclipse Foundation wollte deshalb wissen, wie stark die in den Bereichen dominierenden Werkzeuge unter Eclipse-Entwicklern Verbreitung finden. So kommen im Vergleich zu den Vorjahren bei den Versionskontrollsystemen die langjährigen Platzhirsche Subversion (51,3 %) und CVS (13,3 %) zwar immer noch am häufigsten zum Einsatz. Die Tendenz ist jedoch deutlich fallend. Gerade das verteilte Versionskontrollsystem Git konnte innerhalb eines Jahres von 6,8 auf 12,8 Prozent auffallend zulegen.

Einen deutlichen Sprung nach vorne konnte JIRA unter den Change-Management-Systemen verzeichnen, und zwar von 16,3 auf 24,7 Prozent. An zweiter Stelle liegt hier mit 16,2 Prozent Bugzilla. Bei den Build- und Continuous-Integration-Systemen liegt Ant (48,2 %) vorne, gefolgt von Maven (32,2 %) und Hudson/Jenkins (30,8 %) (Mehrfachnennungen waren hier möglich). Insbesondere das kürzlich in die Eclipse Foundation hereingetragene Hudson und sein Fork Jenkins konnten gegenüber dem Vorjahr mit knapp 10 Prozent zulegen.

Für die Qualität der jährlich im Juni erscheinenden Simultan-Releases mehrerer, die Eclipse-Plattform unterstützender Projekte spricht, dass mehr als Dreiviertel der Befragten innerhalb kurzer Zeit auf die jeweils neue Version aktualisieren. Auf Meilenstein-Releases kommender Eclipse-Versionen greifen mehr als 6 Prozent zurück. Schließlich hat die Foundation wie in den Vorjahren nach der Zufriedenheit der Teilnehmer mit der Eclipse-Plattform gefragt. Mehr als 90 Prozent sind offenbar zufrieden, davon knapp 40 Prozent sogar sehr zufrieden mit Eclipse.

Siehe dazu auch:

(ane)