Menü

Eclipse Foundation ändert die Regeln für den Umgang mit Third-Party-Code

Bisher hat das IP-Team bei Eclipse grundsätzlich fremden Sourcecode vor dem Einbinden geprüft. Das soll sich nun ändern.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 4 Beiträge
Von

Wayne Beaton, Leiter der Open-Source-Projekte bei der Eclipse Foundation, hat angekündigt, dass die Foundation künftig ihren Umgang mit geistigem Eigentum ändern wird. Die Anpassungen betreffen vor allem die Einbindung von Third-Party-Code in Eclipse-Projekte. Künftig soll es für Entwickler deutlich einfacher sein, fremden Sourcecode zu verwenden.

Derzeit sind die Regeln bei der Foundation sehr streng: Wer Third Party Content, also fremde Inhalte wie eine Library der Apache Software Foundation in sein Projekt einbinden möchte, muss sie zunächst der IP-Abteilung (Intellectual Property) der Eclipse Foundation zum Überprüfen schicken.

Künftig sollen Projektteams fremde Inhalte ohne vorherige Absprache mit der IP-Abteilung in die laufende Entwicklung übernehmen können. Ein sogenanntes Contribution Questionnaire (CQ) ist dann zumindest während der Entwicklungsphase nicht mehr erforderlich. Allerdings sind die Teams dazu verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen sicherzustellen, dass die Lizenzen fremder Inhalte sich mit der Lizenz des Projekts vertragen. Vor offiziellen Releases ist das Prüfen der Lizenzen auf eventuelle Inkompatibilitäten zur Projektlizenz obligatorisch.

Auch wenn keine formale Überprüfung durch das IP-Team mehr erforderlich ist, können Entwickler beziehungsweise Projektteams die Experten für geistiges Eigentum weiterhin um Hilfe beim Überprüfen bitten. Die Foundation probiert derzeit Prozesse und Werkzeuge aus, die den Projekt-Teams und der IP-Abteilung beim Prüfen der Lizenzen helfen sollen.

Die Werkzeuge sollen die Kompatibilität der Lizenzen feststellen und bei Inhalten warnen, die manuelle Überprüfung oder Anpassungen erfordern, damit die Entwickler und IP-Experten rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können. Als Grundlage dient ClearlyDefined, das Klarheit bezüglich der Inhalte, Security und Lizenzen geben soll.

Derzeit befindet sich das Eclipse-Tool zur Lizenzprüfung in der frühen Entwicklungsphase und kann lediglich Lizenzen identifizieren und ihre Kompatibilität bewerten. Künftig soll es weitere Automatisierung ermöglichen und beispielsweise als Maven-Plug-in direkt in den Build-Prozess eingebunden sein.

Weitere Details zum derzeitigen Stand der geplanten Änderungen lassen sich Wayne Beatons Beitrag entnehmen. Bis zur Umsetzung steht noch die Zustimmung der Geschäftsführung bei der Eclipse Foundation aus. Zu weiteren Maßnahmen sind zusätzliche Beiträge geplant. (rme)