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Eclipse Polarsys bringt Hersteller sicherheitskritischer Software zusammen

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Auf der EclipseCon hat die Eclipse Foundation die Gründung der Polarsys-Arbeitsgruppe bekannt gegeben. Die daran beteiligten Unternehmen und Organisationen wollen Open-Source-Werkzeuge entlang des Software-Lebenszyklus von sicherheitskritischen und Embedded-Systemen bereitstellen. Sie sind vor allem für Branchen wie Luftfahrt, Militär, Verkehrswesen, Telekommunikation, Energie und Gesundheitswesen gedacht, die besondere Anforderungen an die Softwareentwicklung mitbringen.

Als Beispiel wurde auf den sehr langen Lebenszyklus des Airbus A300 verwiesen, den es seit 1972 gibt und für den Supportleistungen bis 2050 zugesichert sind. Die Polarsys-Arbeitsgruppe will nun eine Infrastruktur für Long-Term Support (LTS) und zertifizierte Qualitätssicherung schaffen, wodurch die Softwareentwicklungen für mindestens zehn Jahre abgesichert wären. Das entspricht zum Beispiel dem Zeitraum, den auch SAP für seine Anwendungen gewährleistet. Erste Ergebnisse sollen Mitte des nächsten Jahres vorliegen.

An der Arbeitsgruppe beteiligen sich unter anderem die europäischen Unternehmen Airbus, Atos, Ericsson, Inria, Obeo und Thales sowie die Katholieke Universiteit Leuven und die Universidad Politécnica de Valencia. Sie steht weiteren Interessierten offen. So gibt es offenbar bereits Gespräche über eine Beteiligung von Boeing und Rockwell, wodurch sich die Gruppe über Europa hinaus öffnen würde.

Hervorgegangen ist die Gruppierung aus dem OPEES-Industrieverband, der maßgeblich hinter der Entwicklung von Topcased steht, einer Sammlung von Werkzeugen für komplexe technische Systeme, die sich in Eclypse intergrieren. Teile der modellgetriebenen Entwicklungsumgebung sollen nun in Polarsys landen, auch wollen Vertreter von Topcased an der neuen Eclipse-Gruppe mitarbeiten.

Das seit 2004 bestehende Topcased setzt im Gegensatz zur bis dato proprietären Softwareentwicklung in der Raum- und Luftfahrt auf Open Source. Selbst den Ausfall des wichtigsten Unterstützers 2009 haben die derzeit rund 30 involvierten Unternehmen ohne große Beeinträchtigung dank des Open-Source-Ansatzes kompensieren können, berichtete Gael Blondelle von Obeo auf der EclipseCon.

Neuland beschreitet die Eclipse Foundation mit solch einer branchenspezifischen Initiative nicht. Es gibt zum Beispiel eine 2009 gegründete Gruppierung für Entwicklungswerkzeuge für mobile Anwendungen, die allerdings wenig Relevanz in der Mobil-Branche hat. Vorangekommen ist mittlerweile die Automotive Industrie Working Group, die im Juli dieses Jahres nach über zwei Jahren dauernden Gesprächen formal startete. Und auch das ebenfalls zur EclipseCon bekannt gegebene M2M-Projekt Paho wird im Rahmen einer Industry Working Group entwickelt. (ane)