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Eclipse Pulsar - neue Plattform für Mobile-Entwickler

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Die Eclipse Foundation hat eine von Motorola, Nokia und Genuitec geführte Industrieinitiative angekündigt, die zum Ziel hat, Eclipse-basierte Entwicklungswerkzeuge für mobile Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Weitere Unternehmen, die die Pulsar genannte Plattform unterstützen wollen, sind IBM, RIM und Sony Ericsson – allesamt Eclipse-Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist eine Voraussetzung für die Beteiligung an Eclipse-Projekten.

Als Grund für die Errichtung einer weiteren Plattform zum Entwickeln von mobilen Anwendungen – an dieser Stelle seien Apple iPhone und Google Android genannt – bringen die Beteiligten die weite Verbreitung von Eclipse und der vertraute Umgang vieler Entwickler mit der Entwicklungsumgebung ins Spiel. Auch dürften Zeitersparnis und Kostenfaktor eine Rolle spielen, bedeutet eine gemeinsame Plattform, an die die beteiligten Unternehmen ihre Lösungen andocken können, dass die Firmen nicht eigene Softwareentwicklungspakete aufwendig entwickeln und aktuell halten müssen.

Als weiteren Grund sieht die Foundation die Fragmentierung durch die unterschiedlichen Plattformen und Techniken im Mobile-Markt, die für Entwickler eine hohe Hürde darstellen, mobile Anwendungen zu entwickeln. Deshalb möchte das Open-Source-Konsortium gemeinsam mit den beteiligten Firmen eine mit Eclipse-basierten Tools konfektionierte Distribution anbieten, die für Interoperabilität zwischen den verschiedenen mobilen SDKS für die Java Mobile Edition (Java ME) sorgen soll. Darüber hinaus soll es auch Werkzeuge geben, mit denen man native mobile Anwendungen entwickeln kann, die aber auch Webtechniken wie HTML, CSS und Javascript unterstützen.

Eine erste Version der Pulsar-Plattform soll Ende Juni veröffentlicht werden – als Bestandteil von Eclipse Galileo, dem diesjährigen Sammel-Release unterschiedlicher Eclipse-Projekte. Gegenwärtig gibt es zwei größere Projekte auf eclipse.org, die den Mobile-Markt thematisieren: zum einen Mobile Tools for Java, zum anderen Tools for Mobile Linux.

Pulsar lief bislang unter dem Arbeitstitel "Eclipse Mobile Industry Working Group" und ist ein Beispiel für die Herangehensweise der Foundation, den Fuß in vertikale Märkte zu bekommen. Weitere Initiativen bestehen mit der Automotive Working Group und der Eclipse Financial Platform.

Spannend im Pulsar-Kontext dürfte insbesondere die Rolle Nokias als Marktführer unter den mobilen Geräteherstellern sein. Der Mobilfunkriese führt auf der Entwicklerseite die letztes Jahr zugekauften plattformübergreifenden Qt-Tools im Portfolio und hat erst vergangene Woche mit Qt Creator eine eigene quelloffene Entwicklungsumgebung veröffentlicht.

Nicht mit von der Partie bei Pulsar sind Apple, Google und Sun. Apple und Google setzen auf eigene Softwareplattformen für die von ihnen angebotenen Anwendungen, auch wenn es für Google als Eclipse-Mitglied einfach wäre, sich an der neuen Initiative zu beteiligen. Sun, wichtig natürlich als Verwalter der Java ME, hat das Interesse, seine neue Technik JavaFX zum Entwickeln sogenannter "reichhaltiger Anwendungen" auch im traditionell für Sun wichtigen Mobile-Markt zu positionieren. Erst kürzlich hat das Unternehmen eine Version für JavaFX Mobile veröffentlicht. Für Pulsar bedeutet das fürs Erste die Abstinenz der JavaFX-Technik, zumal Sun allen Werbeversuchen der Foundation, Eclipse beizutreten, bislang widerstanden hat. (ane)