Eclipse Theia 1.0 fordert Visual Studio Code heraus

Die Plattform zum Erstellen Desktop- und Web-basierter IDEs wird als "echte" Open-Source-Alternative zu Microsofts Visual Studio Code ins Spiel gebracht.

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Die Eclipse Foundation hat die Veröffentlichung von Theia 1.0 bekannt gegeben. Dabei wird Eclipse Theia als Plattform zum Erstellen Desktop- und Web-basierter IDEs aus derselben Codebasis sowie als "echte" Open-Source-Alternative zu Microsofts Visual Studio Code ausgegeben. VS Code ist wiederum ein Zwischending aus Sourcecode-Editor und großer IDE. Beiden gemeinsam ist der Monaco-Editor als Unterbau, was offenbar dabei geholfen hat, dass sich die über 16.000 Erweiterungen für VS Code auch mit Theia nutzen lassen sollen. Mit der arrivierten großen Eclipse-Entwicklungsumgebung hat Theia jedoch nichts gemeinsam.

Theia ist des Weiteren ein Unterprojekt der Eclipse Cloud Development Tools Working Group (ECD WG). Seinen Ursprung hat es 2016 durch die Zusammenarbeit von Ericsson und der Kieler Firma TypeFox, denen sich über die Jahre hinweg weitere Unternehmen und Organisationen wie ARM, Arduino, EclipseSource, Gitpod, Google, IBM, Red Hat und SAP zwecks Weiterentwicklung angeschlossen haben.

Als wichtigste Unterschiede zwischen Eclipse Theia und VS Code werden unter anderem die wohl modularere Architektur von Theia ausgemacht, die wesentlich mehr Anpassungen ermöglichen soll. Außerdem ist Theia von Grund auf so konzipiert, dass die Software sowohl auf dem Desktop als auch in der Cloud läuft. Um beide Situationen mit einer Codebasis zu unterstützen, läuft Theia in zwei getrennten Prozessen. Diese Front- beziehungsweise Backend-Prozesse kommunizieren über JSON-RPC-Nachrichten via WebSockets oder REST-APIs über HTTP. Im Fall des Electron-Frameworks, das wiederum VS Code nutzt, laufen sowohl das Backend als auch das Frontend nur lokal, während das Backend in einem Remote-Kontext auf einem Remote-Host läuft.

Screenshot von Eclipse Theia

(Bild: theia-ide.org )

Sowohl der Frontend- als auch der Backend-Prozess haben bei Theia einen Dependency-Injection-Container, zu dem Erweiterungen beitragen können. Aufbauend auf dem Language Server Protocol unterstützt Theia über 60 Programmiersprachen, darunter wichtige wie JavaScript, Java und Python.

Ähnlich wie der Online-Marktplatz von VS Code für Code-Erweiterungen verfügt Eclipse Theia über einen Marktplatz, der nun ebenfalls live gegangen ist und auch Nicht-VS-Code-Anwendungen die Nutzung dieser Erweiterungen ermöglicht. Er hat aber derzeit noch Betastatus.

Schließlich bringt die Eclipse Foundation in ihrer Pressemitteilung den Community-Aspekt ins Spiel, also den Punkt, dass hinter dem Projekt nicht nur ein Unternehmen wie Microsoft bei VS Code steht, sondern etliche mehr.

Weitere Informationen zu Eclipse Thea finden sich in der Blog-Ankündigung zur Version 1.0 und auf der Projekt-Website. (ane)