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Eine Foundation für .NET

Um erst mal 24 Open-Source-Projekte kümmert sich die von Microsoft initiierte .NET Foundation, die auf der diese Woche stattfindenden BUILD-Konferenz angekündigt wurde.

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Im Zuge der Open-Source-Legung weiterer .NET-Techniken auf der BUILD-Konferenz in San Francisco hat Microsoft die Gründung einer eigenen Foundation für .NET bekannt gegeben. Die neue .NET Foundation soll sich um den Transfer neuer und die Weiterentwicklung bislang schon quelloffen bereitgestellter .NET-Techniken kümmern. Zum Start zählt Microsoft 24 Softwareprojekte, die nun eine Heimat unter dem Dach der neu gegründeten Organisation finden sollen.

Dazu gehören auch sechs Projekte der Firma Xamarin. Diese steht maßgeblich für die Entwicklung der freien .NET-Implementierung Mono und vertreibt Werkzeuge zur Cross-Plattform-Entwicklung auf Basis der Programmiersprache C#. Vor der BUILD-Konferenz hatten US-Medien darüber spekuliert, dass Microsoft Xamarin übernehmen könnte.

Open Source spielt eine zunehmend wichtigere Rolle für Microsoft. Stand der Konzern früher damit einhergehenden Initiativen eher distanziert oder gar feindlich gegenüber – Ballmer bezeichnete Open Source mal als Krebsgeschwür –, hat bei den Redmondern schon länger ein Umdenken stattgefunden. Microsoft bietet mittlerweile für zahlreiche ihrer Produkte Integrationsmöglichkeiten zum Andocken verbreiteter oder wichtiger Open-Source-Techniken.

Vielmehr noch sind das Lancieren der Code-Hosting-Plattform CodePlex und die Einrichtung einer dazugehörigen Foundation, die Unterstützung diverser Open-Source-Projekte, aber vor allem die Open-Source-Legung eigener strategischer Techniken wie ASP.NET, ASP.NET MVC, Entity Framework, Reactive Extensions und Roslyn Ausdruck einer gesteigerten Wertschätzung von Open Source. Nicht zu vergessen, dass es mit MS Open Technologies seit rund zwei Jahren eine Tochterfirma gibt, die sich Microsofts Belange bei Open Source annehmen soll.

An der Spitze der .NET Foundation werden erst mal einige Repräsentanten von Microsoft, von MS Open Tech, Miguel de Icaza von Xamarin und einige andere mehr sein. Zum Auftakt wird Microsoft im Führungsgremium noch eine eher dominante Position innehaben, wobei man offenbar Wert darauf legt, das der Konzern keine Exklusivstellung erhält. Über die Zeit sollen sich zusätzliche andere Parteien beteiligen können. (ane)