Emacs 25.1: Neue Hauptversion des Texteditors erschienen

Die erste Hauptversion des flexiblen Texteditors seit vier Jahren kann unter anderem dynamische Libraries verwenden und bietet ein Modul zur Verwaltung der Netzwerksicherheit. Außerdem haben die Macher den Umgang mit Unicode verbessert.

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Emacs 25.1: Neue Hauptversion des Texteditors erschienen
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Emacs gehört als ewiger vi-Konkurrent zu den Urgesteinen der Texteditoren. Er bietet diverse Funktionen und optionale Erweiterungen für zahlreiche Programmiersprachen. Der nun erschienenen Emacs 25.1 ist die erste Hauptversion seit 2012.

Neu ist unter anderem die Möglichkeit, dynamische Libraries auf dieselbe Art einzubinden wie Emacs-Module in Lisp, der Standardsprache zur Erweiterung des Editors. Die externen Bibliotheken müssen eine Initialisierungsfunktion namens emacs_module_init exportieren, die Emacs beim Start durch load beziehungsweise require aufruft. Die Anbindung der Libraries ist als experimentell gekennzeichnet und kann sich in den nächsten Releases ändern. Anwender müssen die Funktion explizit während der Konfiguration mit dem Parameter --with-modules aktivieren.

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Der neue Network Security Manager (NSM) ist unter anderem für die Überprüfung von TLS/SSL-Zertifikaten zuständig. Zur Konfiguration dient die Variable network-security-level. Eine weitere Neuerung ist die Einbindung von nativen Widgets in die Emacs-Buffer: Wer gtk3 und webkitgtk3 installiert hat, kann den Webkit-Browser innerhalb von Emacs verwenden. Noch experimentell ist die Verwendung der Cairo-Grafikbibliothek, deren Einsatz die Macher derzeit nicht für den Produktiveinsatz empfehlen.

Weitere Neuerungen sind der verbesserte Umgang mit Unicode-Zeichen sowie der electric-quote-mode zur Eingabe gekrümmter Anführungszeichen. Die vollständige Liste der Neuerungen steht auf der News-Seite. Emacs steht unter GPL 3 auf dem offiziellen FTP-Server und den zahlreichen gespiegelten Servern zum Herunterladen bereit. (rme)

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