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Embedded-Entwicklung: Qt for MCUs ist allgemein verfügbar

Mit dem Toolkit können Entwickler Anwendungen für Mikrocontroller ohne Betriebssystemschicht entwickeln.

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Vier Monate nach der ersten Ankündigung ist nun Qt for MCUs erschienen. Mit dem Grafikframework lassen sich Anwendungen erstellen, die direkt auf der MCU laufen. Entwickler können Anwendungen mit Qt Creator und Qt Quick Designer bauen und existierende Qt-Quick-Anwendungen für den Einsatz auf Mikrocontrollern portieren. Qt for MCUs läuft wahlweise auf einem Echtzeitbetriebssystem oder im Bare-Metal-Betrieb direkt auf dem Prozessor.

Das Framework setzt auf Qt Quick zum Erstellen von Nutzerschnittstellen mit QML (Qt Meta-object Language). Das Qt-Quick-Modul besitzt eine C++-API, um QML-Anwendungen mit C++-Code zu erweitern. Qt for MCUs enthält eine Reihe von Qt Quick Controls, also vorgefertigte Steuerelemente, die das Erstellen von Nutzerschnittstellen vereinfachen sollen.

Qt for MCUs lässt sich wahlweise direkt auf dem Prozessor oder auf einem Echtzeitbetriebssystem (Real-time Operating System, RTOS) betreiben. Für den Bare-Metal-Betrieb bringt Qt for MCUs eine eigene Laufzeitumgebung für Qt Quick mit, die sich in Kombination mit C++-Bibliotheken von Drittanbietern verwenden lässt.

Qt for MCUs verbindet Qt Quick mit einer Laufzeitumgebung oder einer zusätzlichen RTOS-Schicht.

(Bild: Qt)

Seit der ersten Vorstellung haben einige Firmen mit der Umsetzung begonnen. Die Qt Company hat das erste Release auf einigen MCUs von NXP, Renesas und STMicroelectronics getestet. Es bietet standardmäßige Adaptionen für NXP i.MX RT1050 und STM32F769i. Weitere sind als Deployment Platform Packages verfügbar.

Als Entwicklungswerkzeuge kommen Qt Design Studio und Qt Creator zum Einsatz. Das Toolkit ist darauf ausgelegt, dass Entwickler ihre bisherigen Arbeitsabläufe beibehalten können. Hardwareseitig kann Qt for MCUs eine Reihe von 2D-Grafikbeschleunigern nutzen, darunter Chrom-ART auf der STM32- und PxP auf der NXP-MX-RT-Serie.

Das Toolkit bringt die speziell auf minimale Hardwareanforderungen ausgelegte Rendering-Engine Qt Quick Ultralite (QUL) mit, die das Ausführen von Anwendungen im internen Speicher der MCUs ermöglicht.

Seit der ersten Vorstellung im August dieses Jahres hat die Qt Company das Framework unter anderem um den Einsatz von Themes und Styles ergänzt und erweiterte Internationalisierung für zusätzliche Sprachen hinzugefügt.

Das Promotion-Video zeigt einige Demos von Qt for MCUs.

Weitere Details lassen sich dem Qt-Blog entnehmen. Als Entwicklersystem benötigt Qt for MCUs derzeit Windows, aber die Umsetzung für macOS und Linux soll in Kürze folgen. (rme)