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Entwicklerwerkzeuge für Forscher unter dem Dach von Eclipse

Was erst mal wie der Turmbau zu Babel erscheint, hat laut Vertretern aus Forschung und Industrie Potenzial: eine Arbeitsgruppe, die Eclipse-Techniken entwickelt, die einheitlich in den unterschiedlichen Naturwissenschaften eingesetzt werden können.

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Die Eclipse Foundation hat mit der Science Working Group eine weitere Arbeitsgruppe gegründet. In der neuen Arbeitsgruppe der Open-Source-Organisation wollen Industrievertreter und Akademiker Eclipse-Techniken identifizieren, entwickeln und aufeinander abstimmen, die einheitlich in den Naturwissenschaften eingesetzt werden können.

Zwar erscheint es erst mal schwierig, sich vorzustellen, dass bei den unterschiedlichen Wissenschaftsdomänen die gleiche Software zum Einsatz kommt. Doch sind die Betreiber der Arbeitsgruppe der Ansicht, dass es durchaus Potenzial für bestimmte Werkzeuge, Softwarekomponenten und -systeme gebe, die nahezu alle Disziplinen nutzen können. Für die Interdisziplinarität spricht auch die Modularität der Eclipse-Plattform durch das Java-Modulsystem OSGi, das allen Eclipse-Projekten zugrunde liegt.

Gründungsmitglieder der Science Working Group sind Oak Ridge National Labs, Diamond Light Source, Lablicate UG, Uppsala University, Facility for Rare Isotope Beams, MARINTEK, Kichwa Coders, Clemson University und Tech'Advantage. Schnell hinzugestoßen ist auch IBM. Erste Codespenden kommen vom Oak Ridge National Laboratory und von Diamond Light Source. So gibt es mit der Eclipse Integrated Computational Environment (ICE) eine Modellier- und Simulationsplattform, die beim Oak Ridge National Laboratory entstanden ist, als die Forschungseinrichtung eine Umgebung für die Modellierung und Simulation von Kernreaktoren entwickelt hatte. Das von Diamond Light Source eingebrachte DawnSci-Projekt definiert eine Java-Schnittstelle zur Gewährleistung der Interoperabilität von Algorithmen zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Projekten.

Neuland beschreitet die Eclipse Foundation mit branchen- oder aufgabenspezifischen Initiativen nicht. Es gibt zum Beispiel die Automotive Industry Working Group, des Weiteren PolarSys, das Open-Source-Werkzeuge entlang des Software-Lebenszyklus von sicherheitskritischen und Embedded-Systemen bereitstellt, eine Working Group zum Internet der Dinge, LocationTech zur Entwicklung standortbezogener Dienste und eine Gruppe zum Long Term Support (LTS) von Eclipse-Projekten. (ane)