Menü

Entwicklungs-Framework: Flutter wird zum Multi-Plattform-Werkzeug

Googles plattformübergreifendes mobiles UI-Framework Flutter wird derzeit für den Einsatz in Szenarien außerhalb der Mobilentwicklung vorbereitet.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Von

Bislang hatte Googles plattformübergreifendes mobiles UI-Framework Flutter den Fokus auf der Entwicklung von Apps für Android und iOS. Zur I/O, der Hausmesse des Internetkonzerns, wurde nun bekannt gegeben, dass das Werkzeug nun auch zur Entwicklung für eine breitere Palette von Geräten und Formfaktoren erweitert wird. So sollen sich mit derselben Codebasis künftig sowohl mobile Apps als auch Web- und Desktop- bis hin schließlich zu Embedded-Anwendungen entwickeln lassen.

Auf der I/O wurde eine Technical Preview von Flutter for Web vorgestellt. Die Entwicklung dafür war wohl nach der Freigabe von Flutter 1.0 im Dezember 2018 begonnen worden. Damals hatte ein Team bei Google, das ein Webframework für die interne Nutzung der Programmiersprache Dart entwickelte, begonnen, die Verwendung von Flutter für das Web zu testen.

Sogenannte Early Adopter sind nun dazu eingeladen, Flutter for Web auszuprobieren. Gedacht ist es als Möglichkeit, interaktive, grafisch ansprechende Inhalte zu erstellen. Für einen ersten Test hatten sich die Entwickler mit der New York Times zusammengetan, um ein neues Ken-Ken-Zahlenrätselspiel mit Flutter zu entwickeln. Es läuft mit dem gleichen Code auf iOS, Android, Web und Chrome OS. Die Motivation für Flutter for Web schildern die Entwickler in einem längeren Artikel.

Damit Entwickler auch Apps für den Desktop entwickeln können, arbeiten die Google-Entwickler ebenfalls seit einigen Monaten daran. Noch haben die derzeitigen Ergebnisse experimentellen Status, aber es wird nun begonnen, die Arbeiten in das Mainline-Repository zu integrieren. Erste Anleitungen für die Entwicklung von Flutter-Anwendungen für macOS, Windows und Linux sind zusätzlich bereits online.

Als weitere schnell wachsende Flutter-Plattform wird Chrome OS wahrgenommen. Chrome OS sieht Google als perfekte Umgebung für Flutter, sowohl für die Ausführung von Flutter-Anwendungen als auch als Entwicklerplattform, da es die Ausführung von Android- und Linux-Anwendungen unterstützt. Auf Chrome OS können Entwickler mit Visual Studio Code oder Android Studio eine Flutter-App entwickeln, die sie lokal auf demselben Gerät ohne Emulator testen und ausführen können.

Als weiteres Beispiel für die Portabilität sehen die Entwickler den Einsatz auf Embedded-Geräten an. So finden sich bereits Szenarien, bei denen Flutter auf Geräten wie Raspberry Pi läuft. Außerdem es gibt eine Embdded-API für Flutter, mit der sich das Framework beispielsweise mit dem Google Home Hub oder in Automobilszenarien nutzen lassen soll.

Das Kern-Flutter-Framework ist diese Woche in Version 1.5 erschienen. Das neue Release enthält zahlreiche Änderungen, die im Zuge von Feedback seitens der Anwender eingebracht wurden. Außerdem gibt es Updates wegen der Anforderungen durch Apples jüngstes App Store iOS SDK, Aktualisierungen bei den iOS- und Material-Design-Widgets. Schließlich werden die Engines neuer Gerätetypen und das künftige Dart 2.3 mit den neuen UI-as-Code-Sprachfunktionen unterstützt.

Weitere Informationen zum gegenwärtigen Stand der Flutter-Entwicklung finden sich in der Ankündigung zu I/O-Konferenz.

Flutter ist zunehmend zum Referenzprojekt für Dart geworden. Trotz des frühen Entwicklungsstandes des Frameworks finden sich wohl in Apples und Googles Stores zunehmend neue mit Flutter geschriebene Apps. Neben dem hauseigenen Google-AdWords-Team setzen auch die Abbey Road Studios, Alibaba, Capital One, Groupon, Hamilton, JD.com, Philips Hue, Reflectly und Tencent Flutter-Apps ein. Die Community steuert mit dem Flutter Studio zudem ein sich in den Browser integrierendes Werkzeug zum Erstellen von UIs bei. Außerdem spielt Flutter wohl eine bedeutende Rolle bei Fuchsia, das das Handy-Betriebssystem Android irgendwann ersetzen soll. Hierin laufen die Flutter-Apps wohl nativ.

Das Framework ist vor allem auf Nutzerschnittstellen und 2D-Grafik optimiert. Zur Anbindung weiterer Programmlogik bietet es Schnittstellen zu Java und Kotlin auf Android sowie Swift und Objective-C auf iOS. Auch kann es auf die nativen Funktionen der iOS- und Android-SDKs zugreifen. Entwickler können Flutter-Plug-ins für Android Studio beziehungsweise IntelliJ IDEA sowie für Visual Studio Code verwenden.

Siehe dazu auch:

(ane)