zurück zum Artikel

Entwicklungsumgebung Eclipse 2018-12: Schneller, smarter, Java 11

Entwicklungsumgebung Eclipse 2018-12: Schneller, smarter, Java 11

Ein Eclipse, das alle Vierteljahre erscheint, daran müssen sich nicht nur die Anwender, sondern auch die involvierten Projekte gewöhnen.

Schneller und smarter sowie bereit für das aktuelle Java 11 ist Eclipse in der neuen Version 2018-12. Die Entwicklungsumgebung für Java, C/C++, PHP, Rust und einige andere Programmiersprachen mehr ist aber nicht nur eine Desktop-IDE, sondern dank modularen Aufbaus ein Open-Source-Baukasten zum Entwickeln beliebiger Java-basierter Anwendungen, aus dem sich auch andere IDEs bedienen.

In der neuen Ausgabe der Entwicklungsumgebung ist im Gegensatz zu der noch vor Java 11 [1] erschienenen September-Version [2] die Unterstützung der aktuellen Java-Version integriert und muss nicht mehr nachinstalliert werden. Java 11 erlaubt die Verwendung von Unicode 10 und "var" anstelle eines spezifischen Typs auch in Lambda-Parameterdeklarationen. Wird eine solche Java-11-Syntax in einem Projekt verwendet, das für Java 10 oder niedriger konfiguriert ist, schlägt Eclipse vor, die Projektkonfiguration entsprechend anzupassen, um den Fehler zu beheben.

Neue Schnellkorrekturen wie diese, die in Eclipse Quick Fix heißen (Tastenkürzel: Strg + 1), gibt es für Klassen zum Erstellen einer zugehörigen JUnit-Test-Klasse und zum Ändern der Art der Parameterdeklaration in Lambda-Funktionen. Beim integrierten Build-System Gradle gelingt der Import von Projekten nun selbst, wenn die build.gradle-Datei Fehler enthält.

Damit Eclipse auch auf Java 11 läuft, waren einige Anpassungen für die Teile notwendig, die es in Java 8 gibt und in Java 11 entfernt wurden (Java 9 und 10 waren nur Zwischenversionen, die inzwischen nicht mehr angeboten werden). Eclipse Code Recommenders, eine Erweiterung für die Java-IDE, um sich Autovervollständigungsvorschläge sortiert nach ihrer wahrscheinlichen Verwendung anzeigen zu lassen, fiel dieser Anpassung leider zum Opfer. Wenn man Eclipse mit Java 8 ausführt, kann man Code Recommenders in 2018-12 jedoch installieren [3] und weiterhin verwenden, sogar zum Schreiben von Java-11-Code.

Von den allgemeinen Verbesserungen, wie dem schnelleren Programmstart, und von den Verbesserungen bei der integrierten Versionsverwaltung Git profitieren nicht nur die Java-IDE, sondern beispielsweise auch die IDEs für C/C++, für PHP und für Rust. Die zahlreichen Verbesserungen bei Git vereinfachen die Bedienung und verkürzen Wartezeiten, beispielsweise in der History View mit Commits mit mehreren tausend geänderten Dateien oder durch die Möglichkeit, mehrere Git-Repositories gleichzeitig zu pullen.

Eine vorhandene Eclipse IDE kann mittels integriertem Update-Manager auf 2018-12 aktualisiert werden [4]. Wenn man nicht den Eclipse Installer [5] verwenden will, der bei der Installation mehrere Eclipse-IDE-Pakete Plattenspeicher spart, kann man einzelne IDE-Pakete auch direkt herunterladen [6]. Am Nachfolgerelease Eclipse 2019-03, das für den 20. März 2019 geplant ist, wird bereits gearbeitet. (Holger Voormann) / (ane [7])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4256725

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/Java-11-bringt-nicht-nur-ein-geaendertes-Supportmodell-4173024.html
[2] https://www.heise.de/meldung/Entwicklungsumgebung-Eclipse-Auf-Photon-folgt-2018-09-4168224.html
[3] https://marketplace.eclipse.org/content/eclipse-code-recommenders/
[4] https://wiki.eclipse.org/FAQ_How_do_I_upgrade_Eclipse_IDE%3F#Always_enable_major_upgrades
[5] https://www.eclipse.org/downloads/packages/installer
[6] https://www.eclipse.org/downloads/packages/
[7] mailto:ane@heise.de