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Entwicklungsumgebung Eclipse erscheint in neuer Version 2019-12

Texteditoren mit Fehlermeldungen als Code-Minings und ein Java-Editor mit Postfix Completion sind die Highlights des Dezember-Releases der Eclipse IDE.

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(Bild: Eclipse)

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Die quelloffene Desktop-IDE Eclipse ist in Version 2019-12 erschienen. Entwickler können sie als IDE-Pakete für verschiedene Programmiersprachen wie Java, C/C++, JavaScript, PHP und Rust herunterladen. Neu ist, dass sich in textbasierten Editoren Fehlermeldungen und Warnhinweise zwischen den Zeilen eingeschoben anzeigen lassen. Die Java-Entwicklungsumgebung verfügt nun über eine Unterstützung für Java 13 und im Java-Editor über eine optionale Postfix Completion. Geschwindigkeitsverbesserungen gibt es bei der Versionsverwaltung Git, spürbar insbesondere bei großen Git-Repositorys.

Die Funktion Quick Access, mit der sich Aktionen ausführen und Views und Dialoge öffnen lassen, trägt nun den Namen Find Actions. Sie ist weiterhin per Tastaturkürzel Strg+1 erreichbar und wurde erweitert, um Dateien anhand ihres Namens und Textdateien auf Basis ihres Inhalts zu finden und zu öffnen. Die neue Möglichkeit des Anzeigens von Fehlermeldungen und Warnhinweisen oberhalb der problembehafteten Zeile als sogenannte Code-Minings funktioniert mit allen Editoren, die auf dem Eclipse Texteditor basieren, zum Beispiel dem XML-Editor, dem Markdown-Editor und dem Java-Editor.

Bei der Versionsverwaltung Git können Anwender in der History View über Filter genau definieren, welche Commits von welchen Branches und Tags sie sehen wollen. In der Git-Repository-Ansicht lassen sich Repositorys in Ordner gruppieren. Das Umschalten zwischen Branches geht insbesondere bei sehr großen Repositorys spürbar schneller. Die Java-Implementierung von Git, JGit, unterstützt bereits das performantere reftable-Format und ist hier Git auf der Kommandozeile, also git-core, voraus. Die Implementierung von reftable ist vermutlich dem Umstand zu verdanken, dass JGit als Komponente auch in serverseitigen Anwendungen wie gitlib oder Gerrit unter anderem von Google zur Verwaltung für den Quelltext von Android und von Google Fuchsia verwendet wird, wo hohe Skalierbarkeit gefordert ist.

Die Verbesserungen bei Git und der allgemeinen Entwicklungsumgebung

Die Eclipse Java IDE verfügt über eine eingebaute Java-13-Unterstützung, die es bereits zum Nachinstallieren für die Vorgängerversion gab, und sogenannte Postfix Completion. Im Gegensatz zur normalen Codevervollständigung schreibt man bei der Postfix Completion in umgekehrter Reihenfolge. Bei einer Schleife beispielsweise schreibt man zuerst das, über was iteriert werden soll, und erzeugt dann per Postfix Completion die Schleife drumherum. Aktualisiert wurden auch die mitgelieferten Build-Tools Maven, Gradle und Ant, was in einigen Anwendungsfällen Geschwindigkeitszuwächse bringt.

Die Änderungen für Java-Entwickler

In der Vergangenheit scheiterte die Auslieferung der IDE-Pakete zusammen mit Java an der fehlenden Zustimmung von Oracle als strategisches Mitglied der Eclipse Foundation. Doch nun wurden die Regelungen gelockert und es ist keine Zustimmung mehr erforderlich. Gespannt darf man daher auf das nächste Release 2020-03 sein, das für den 18. März 2020 geplant ist.

Eine Satzungsänderung gab es bezüglich der Ziele der Eclipse Foundation, um nicht mehr die Eclipse IDE in den Fokus zu stellen, sondern die Ziele breiter zu fassen und den aktuellen Aktivitäten mit fast 400 Projekten in unterschiedlichen Bereichen anzugleichen. Für die Satzungsänderung, die eine Abstimmung erforderte, stimmten 96 Prozent der Mitglieder.

Mehr Details sind auf der Webseite zum Eclipse-2019-12-Release zu finden, darunter eine Liste mit Links zu den jeweiligen Neuerungen der am Release beteiligten Eclipse-Projekte. Um eine vorhandene Eclipse-IDE auf 2019-12 zu aktualisieren, ist in Window | Preferences: Install/Update | Available Update Sites bei "Latest Eclipse Release" ein Häkchen zu setzen und Help | Check for Updates auszuführen. Bei der aktuellen Version ist diese Option standardmäßig aktiviert, sodass dieser Schritt bei einer Neuinstallation zukünftig entfallen wird. Die Eclipse 2019-12 IDE-Pakete können entweder mittels Eclipse Installer installiert oder als ein einzelnes IDE-Paket direkt heruntergeladen werden. (Holger Voormann) / (bbo)