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Entwicklungsumgebung Eclipse in neuer Version 2019-09

Einen neuen Suchdialog, Unterstützung für Java 13 sowie zahlreiche evolutionäre Verbesserungen bringt die IDE in ihrem September-Quartalsrelease.

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Die auf Java basierende, quelloffene Desktop-IDE Eclipse ist in Version 2019-09 erschienen. Neu ist unter anderem der Suchdialog Quick Search, der sich unabhängig von der benutzten Programmiersprache – unter anderem Java, C/C++, JavaScript, PHP und Rust – verwenden lässt. Gemeinsam ist den unterschiedlichen IDE-Paketen, die für unterschiedliche Programmiersprachen und Einsatzzwecke konfektioniert sind, die Unterstützung für die Versionsverwaltung Git. Neu ist hier die Möglichkeit zum Erstellen sogenannter Lightweight Tags, die nur aus einem Bezeichner ohne Kommentar bestehen.

Java-Entwicklerinnen und -Entwickler, die bereits Java 13, das am Vortag des Eclipse-Releases erschienen ist, verwenden wollen, müssen dazu noch eine Erweiterung installieren.

Quick Search ist eine Volltextsuche, die bereits während der Eingabe des Suchworts Suchergebnisse anzeigt (search as you type). Der Quick-Search-Dialog wird über das Menü "Search" oder mittels Tastaturkürzel Strg + Alt + Shift + L aufgerufen. Auch ohne vorherige Erstellung eines Index mit dem Inhalt aller Dateien funktioniert das überraschend gut. Selbst bei Projekten mit sehr vielen Dateien dauert es nur wenige Sekunden von der Eingabe bis zur Anzeige des letzten Suchergebnisses.

Quick Search entstand ursprünglich als Teil der Eclipse-Erweiterung Spring Tools, die die Unterstützung für das Java-Framework Spring zur Erstellung von Webanwendungen ist. Der an Eclipse übergebene Code wurde nun in die Eclipse-Plattform eingebaut, sodass Quick Search in allen Eclipse-basierten IDEs und Anwendungen zur Verfügung steht.

Bei der neuen Version wurde das Hauptaugenmerk auf die Verbesserungen der Benutzerfreundlichkeit gelegt. Die Oberfläche reagiert an einigen Stellen nun schneller auf Benutzereingaben, beispielsweise im Dialog zum Öffnen von Projekten. Der Compare Editor für den Vergleich von Textdateien zeigt Unterschiede jetzt farblich an: Hinzugefügtes in Grün, Gelöschtes in Rot und Veränderungen in Grau. Für eine intuitivere Bedienung wurden einige Dialoge überarbeitet: die angezeigten Texte wurden auf das Wesentliche reduziert und Schaltflächen, auf denen vormals OK stand, stattdessen mit Verben beschriftet.

Die Unterstützung für Java 13, die in der einen Tag nach Java 13 veröffentlichten Java-IDE noch fehlt, lässt sich über den Eclipse Marketplace nachinstallieren. Als fester Bestandteil der Java-IDE ist sie für das nächste Release (Eclipse 2019-12) im Dezember vorgesehen. Der Eclipse-eigene Java-Compiler verrichtet sein Werk insbesondere bei sehr großen Java-Dateien jetzt zügiger.


Die Java-IDE verfügt über die integrierte Unterstützung für Maven und Gradle. Eine Neuerung bei Gradle ist, dass sich JUnit-Tests mittels Rechtsklick und Debug As | Gradle Test debuggen lassen. Dabei werden die ausgewählten Tests innerhalb eines Gradle Builds ausgeführt und die IDE mittels Remote Debugging mit der Testausführung verbunden, sodass die Ausführung an Breakpoints hält und Variablenwerte eingesehen werden können. Neu ist auch, dass beim Schließen eines Gradle-Projekts bei anderen Projekten die Abhängigkeit zu dem geschlossenen Projekt durch eine Abhängigkeit zu einem JAR ersetzt wird, das mittels Gradle eigens dafür gebaut wird.

Mehr Details findet man auf der Webseite zum Eclipse-2019-09-Release, darunter eine Liste mit Links zu den jeweiligen Neuerungen der am Release beteiligten Eclipse -Projekte. Um eine vorhandene Eclipse-IDE auf 2019-09 zu aktualisieren, reicht es aus, in Window | Preferences: Install/Update | Available Update Sites bei "Latest Eclipse Release" ein Häkchen zu setzen und Help | Check for Updates auszuführen. Für eine Neuinstallation kann entweder der Eclipse Installer verwendet oder ein einzelnes IDE-Paket direkt heruntergeladen werden. (Holger Voormann) / (ane)