Entwicklungsumgebung: Eclipse in neuer Version 2020-03

Das neue Quartalsrelease der IDE bringt unter anderem Unterstützung für Java 14 und mehr Möglichkeiten für die Webentwicklung.

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Die freie Desktop-IDE Eclipse ist in Version 2020-03 für Windows, Linux und macOS erschienen. Angeboten wird sie in 13 Paketen für unterschiedliche Einsatzzwecke und für verschiedene Programmiersprachen, insbesondere für Java, aber auch für C/C++, JavaScript, PHP und Rust. Das März-Quartalsrelease der IDE bringt Unterstützung für Java 14 zum Nachinstallieren, mehr Möglichkeiten für die Webentwicklung sowie eine offenbar bessere Codevervollständigung und Codeanalyse in der Java-IDE.

Gemeinsam ist den IDE-Paketen die Einbindung der Versionsverwaltung Git. Die in der Vorversion 2019-12 eingeführten Repositories-Gruppen haben die Entwickler erweitert, um alle gruppierten Git-Repositories gemeinsam auf einen gleich benannten Branch umzuschalten oder auf allen Repositories ein Pull auszuführen. Branches und Tags lassen sich direkt via Rechtsklickmenü vergleichen. Unterschiede können Nutzer im Unified-Diff-Format darstellen und abspeichern.

Unterstützung für Java 14, dessen Release dem der neuen Eclipse-Ausgabe einen Tag zuvorkam, gibt es zum Nachinstallieren über den Eclipse Marketplace. Die Codevervollständigung wurde durch Berücksichtigung des deklarierten Typs intelligenter. Auch die Codeanalyse zum Aufspüren von Resource Leaks haben die Entwickler in vielen Details verbessert. Beispielsweise wird bei einem Fluent Interface am Rückgabewert "this" erkannt, dass die Referenz auf eine geöffnete Ressource durchgereicht wird. Dadurch lassen sich Resource Leaks ausschließen, vor der die Vorgängerversion noch fälschlicherweise gewarnt hat. Auch die annotationsbasierte Null-Analyse hat man überarbeitet und kann nun vor möglichen Fehlern warnen, die bei Generics in Kombination von nicht annotiertem Code auftreten können.

Das umfangreichste und gleichzeitig bisher am häufigsten heruntergeladene IDE-Paket, Eclipse IDE for Enterprise Java Developers, wird nun zusätzlich durch Eclipse Wild Web Developer mit zeitgemäßer Unterstützung für Webformate ausgestattet. Dadurch gibt es für HTML, JavaScript, CSS, XML und JSON zwei Editoretypen, die bisherigen Editoren und den von Wild Web Developer erweiterten Generic Text Editor.

Wild Web Developer unterstützt zusätzlich TypeScript und eine Reihe weiterer Formate, wie die CSS-Formate Sass und Less, sowie Frameworks wie Angular, React und jQuery sowie die Container-Orchestrierung Kubernetes. Dabei bedient sich Wild Web Developer unter anderem bei Visual Studio Code, um dessen in TypeScript geschriebenen Language Server via LSP (Language Server Protocol) zu nutzen. Umgekehrt gibt es den in Java implementierten Language Server für XML auch als Visual-Studio-Code-Erweiterung.

Hier ist es interessant zu wissen, das etliche früher in der Eclipse-Entwicklung involvierte Menschen auch zum Erfolg von Visual Studio Code beigetragen haben. Die frühere Zusammenarbeit trägt hier demnach aufs Neue gemeinsame Früchte.

Mehr Details sind auf der Webseite des neuen Release zu finden, darunter eine Liste mit Links zu den jeweiligen Neuerungen der an der Ausgabe beteiligten Eclipse-Projekte. Das gerade noch aktuelle Eclipse 2019-12 informiert automatisch, dass eine neue Version vorhanden ist, und bietet ein Upgrade an, aber auch ältere Versionen lassen sich auf Eclipse 2020-03 aktualisieren. Die neuen IDE-Pakete können Entwickler entweder mittels Eclipse Installer einrichten oder als einzelnes IDE-Paket direkt herunterladen. (ane)