Menü
Developer

Entwicklungsumgebung: IntelliJ IDEA 2017.1 ist auf Java 9 vorbereitet

Die IDE unterstützt unter anderem das lang erwartete Java-Modulsystem. Außerdem arbeitet IntelliJ IDEA mit dem kommenden JUnit 5 zusammen, und der Debugger bringt Verbesserungen im Umgang mit nebenläufigen Programmen.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 13 Beiträge

Kurz nach der Veröffentlichung der neuesten Version von WebStorm hat JetBrains nun IntelliJ IDEA 2017.1 herausgegeben. Ganz oben auf der Liste der Neuerungen der vor allem für die Java-Entwicklung genutzten IDE steht die Unterstützung für Java 9, das nach der aktuellen Planung im Juli erscheinen soll. So kennt IntelliJ IDEA das als Project Jigsaw bekannte System der Modularisierung und bietet unter anderem Autovervollständigung für die Deklarationsdatei module-info.java sowie Lösungshilfen, wenn bestimmte Klassen nach der Umstellung auf Java 9 nicht mehr zu finden sind.

Die IDE hilft, wenn Klassen nicht gefunden werden, weil sie in der Moduldeklaration fehlen.

(Bild: JetBrains)

Das Team hat zudem die in den vorherigen Versionen eingeführten Funktionen zur Umsetzung von Code in Java-8-Konstrukte unter anderem für Map-Objekte erweitert. Wie bei Java 9 ist die IDE auch beim Test-Framework JUnit der Zeit etwas voraus und integriert bereits Version 5 der Software, die derzeit zwar als Milestone-Build, aber noch nicht als fertiges Release verfügbar ist. Allerdings ist kaum von technischen Änderungen auszugehen, da sich das JUnit-Team derzeit lediglich noch auf Bugfixes konzentriert.

Der Debugger bietet erweiterte Funktionen für nebenläufige Programme. Als Smart Step Into bezeichnet JetBrains eine Funktion, die bei der schrittweisen Ausführung auch Lambda-Ausdrücke besucht, die in einem anderen Thread ablaufen. Außerdem bietet die IDE asynchrone Stacktraces. Dazu ersetzt sie die Teile eines Traces, die sich auf asynchron laufenden Code beziehen, durch die von dort aufgenommenen Stacktraces. Nicht wirklich neu, aber jetzt fester Bestandteil von IntelliJ ist die sogenannte JVM Debugger Memory View, die die im Heap der JVM gehaltenen Objekte auflistet. In Version 2016.3 war das Tool als separates Plug-in verfügbar.

Entwickler dürfen Emojis nicht nur in Kommentaren, sondern auch in String-Literalen verwenden.

(Bild: JetBrains)

Der Editor bietet neuerdings Syntaxhervorhebung für reguläre Ausdrücke. Mehr als kosmetische Ergänzung darf die Unterstützung von Emojis im Editor verstanden werden, mit denen Entwicklern ihren Kommentaren die passende Stimmung mitgeben können. Außerdem hat das Team die Find in Path-Funktion überarbeitet, die nun die Ergebnisse direkt anzeigt.

Bei den Programmiersprachen jenseits von Java verwundert die Unterstützung der vor Kurzem veröffentlichten Version 1.1 von Kotlin inklusive der neuen Coroutinen wenig, da JetBrains hinter der Sprache steht. Bei JavaScript ist das Vue.js-Plug-in erwähnenswert und überraschender als die entsprechende Integration in die auf die Webentwicklung ausgelegte IDE WebStorm 2017.1. Neu ist zudem das offizielle Plug-in für Googles Programmiersprache Go, das aus der derzeit nur angekündigten Entwicklungsumgebung Gogland hervorgegangen und auch mit anderen JetBrains-IDEs kompatibel ist.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ergänzungen unter anderem im Zusammenspiel mit Versionsverwaltungssystemen und dem Spring-Framework. Details dazu finden sich in der offiziellen Ankündigung. IntelliJ IDEA 2017.1 ist wie JetBrains weitere Entwicklungsumgebungen im Abo mit unterschiedlichen Preismodellen erhältlich. Die abgespeckte Community-Edition ist als kostenloser Download verfügbar. (rme)