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Entwicklungsumgebung: Visual Studio 2019 ist fertig

Microsoft hat eine neue Ausgabe seiner "großen" IDE veröffentlicht, die zumindest in ihren Varianten dieses Mal keine Überraschungen bringt.

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(Bild: dpa, Matthias Balk)

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Microsoft hat eine neue Ausgabe seiner integrierten Entwicklungsumgebung Visual Studio freigegeben. Visual Studio 2019 liefert Microsoft wie bisher in den der kostenfreien Community-Variante und den kostenpflichtigen Professional- und Enterprise-Ausgaben.

Entwickler können eine stabile Version und eine Preview-Version parallel installieren. Auch Visual Studio 2017 kann auf dem gleichen System vorhanden sein. Im Rahmen eines live im Internet übertragenen Launch-Events verkündete Microsoft die neuen Funktionen für VIsual Studio 2019, etwa neue Refactoring-Funktionen, einen neuen Dialog für Projekte, Suche in den Debugger-Fenstern, das direkte Starten von Tests aus dem Solution Explorer, Werkzeuge für Kubernetes-Tools und eine Entschlackung von alten Funktionen.

Direkt beim Start von Visual Studio 2019 fällt der neue Dialog "Create a new project" auf. Anstelle der bekannten Baumansicht hat Microsoft nun Auswahlfelder für Programmiersprache, Betriebssystem und Projektart gewählt. Auch eine Volltextsuche über die Projektvorlagentitel und Beschreibungstexte ist möglich. Das Klonen von Git-Repositories ist nun direkt aus diesem ersten Dialog möglich.

Der neue Projektdialog in Visual Studio 2019 inklusive WPF und Windows Forms .NET Core 3.0 – aber noch ohne Designer

Neu im Angebot sind Projektvorlagen für .NET Core 3.0, obwohl diese Version vorerst weiterhin im Preview-Status ist und erst im zweiten Halbjahr 2019 erscheinen soll. Mit .NET Core 3.0 können Softwareentwickler erstmals auch klassische Desktop-Anwendungen mit Windows Forms und Windows Presentation Foundation (WPF) erstellen (siehe "WPF App" in der Abbildung). Bisher waren mit .NET Core nur Konsolen- und Webanwendungen sowie Web-APIs und Windows 10 Universal Apps programmierbar.

Allerdings enthält auch die endgültige Version von Visual Studio 2019 keine grafische Design-Oberfläche für .NET Core 3.0. Entwickler können vorerst Core-basierte WPF-Anwendungen nur durch Eingabe von XAML-Code beziehungsweise Windows-Forms-Oberflächen durch Eingabe von C#-Code erstellen. Die passenden Designer will Microsoft erst in späteren Updates nachliefern. Zudem ist zu beachten, dass .NET Core 3.0 zwar grundsätzlich plattformunabhängig ist, aber bei Einsatz von WPF- und Windows-Forms-Oberflächen ein Betrieb auf Windows (ab Version 7) beschränkt ist.

Auch der neue C#-8.0-Compiler ist lediglich als Preview-Versionen in Visual Studio enthalten. Den Status der kommenden C#-Sprachfeatures findet man auf GitHub.

Sobald ein Projekt geladen ist, bemerkt man, dass Visual Studio keine Titelzeile mehr besitzt. Suchfunktion und Projektmappentitel sind in die gleiche Zeile wie die Hauptmenüpunkte gerutscht. Den Suchdialog über Visual-Studio-Funktionen hat Microsoft von "Quick Launch" in "Search Visual Studio" umbenannt. Die vier Registerkarten "All", "Menus", "Components" und "Templates" strukturieren die Suchergebnisse besser. Die neue Gestaltung, die eine Zeile mehr Platz für das Editor-Fenster bringt, versteht sich aber auch in der RTM-Version von Visual Studio 2019 als Vorschaufunktion, die sich unter Tools | Options | Environment | Preview Features | Use compact menu and search bar deaktivieren lässt.

Eine neue Hilfe für die Projektladezeiten hat Microsoft in Form der "Solution Filter Files" (.slnf) integriert: Das neue Dateiformat definiert Filter auf Projektmappen-Dateien (.sln) und erreicht, dass nur die in dem Filter genannten Projekte geladen werden.