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Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet Institut zum Absichern von KI

Das Fraunhofer IKS in München ist der Nachfolger des Fraunhofer ESK. Den Start unterstützt der Freistaat Bayern mit 20 Millionen Euro.

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Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, Dr. Sabine Sickinger, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Dr. Markus Söder, Hubert Aiwanger und Prof. Dr. Mario Trapp bei der Übergabe der Förderurkunde

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Die Fraunhofer-Gesellschaft hat in München ein neues Institut eröffnet. Das Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS widmet sich der künstlichen Intelligenz insbesondere hinsichtlich der Absicherung der Machine-Learning-Systeme. An der Eröffnungsfeier am 3. Dezember nahmen zahlreiche Prominente aus der bayerischen Forschung und Politik teil.

Bei dem Fraunhofer IKS handelt es sich um keine vollständige Neugründung, sondern es geht aus dem Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK hervor. Mario Trapp, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts, erklärte im Gespräch mit heise Developer die Neuausrichtung mit den geänderten Voraussetzungen. Gerade der Bereich Machine Learning bringe neue Herausforderungen bezüglich der Sicherheit für die Nutzer, und bei den Anwendungsbereichen gebe es durchaus Überschneidungen.

Der Freistaat Bayern fördert die Institutsgründung mit 20 Millionen Euro. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder meinte dazu in seiner Ansprache auf der Eröffnungsfeier: "So wie Geld Tore schießt, ist es in der Forschung auch". Das habe die englische Premier League gezeigt, und man wolle sich nicht den Forschungsbereich ebenso aus dem Ausland wegkaufen lassen wie die Fußballprofis. Professoren bekämen Abwerbe-Mails aus dem Ausland und Deutsche Institute könnten oft mit den Angeboten nicht mithalten.

Der Präsident der TU München Professor Thomas Hofmann betonte zwar einerseits eine Spitzenposition Münchens im KI-Bereich, beklagte aber zugleich die Personalsituation: "Es ist erschreckend, festzustellen, dass die Pipeline leer ist. Es gibt kaum renommierte internationale KI-Forscher, die bereit sind, nach Deutschland zu gehen". Der Wettbewerb liefe nicht zwischen München und Erlangen oder Berlin, sondern man müsse institutsübergreifend zusammenarbeiten, um der Konkurrenz aus Silicon Valley und China die Stirn bieten zu können

Als Vorschau auf künftige Unterstützung hat Hubert Aiwanger mit der Hand ein "3x" auf die Förderurkunde geschrieben.

Als bayerischer Wirtschaftsminister erklärte Hubert Aiwanger die Investition im Umfeld des allgemeinen Sparkurses in der Politik: "In Zeiten von Null Prozent Zinsen gehen wir da hin, wo die Musik spielt". Er stellte dabei weitere Investitionen in Aussicht, wenn das Fraunhofer IKS erfolgreich arbeitet, aber nun seien "die 20 Millionen der richtige Happen, den sie so gerade verdauen können".

Bei den geplanten personellen Erweiterungen im Bereich KI-Forschung lautet das Motto nicht kleckern, sondern klotzen: Im Rahmen der Institutsgründung entstehen sechs neue Professuren, davon vier an der Technischen Universität München. Markus Söder versprach in seiner Rede, dass der Freistaat 100 KI-Lehrstühle schaffen werde – das seien ebenso viele, wie der Bund für Deutschland eingeplant hat.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier moderierte die BR-Journalistin Caro Matzko eine Panel-Diskussion zu Sicherheit und KI.

Das Fraunhofer IKS soll eine Schlüsselrolle im Kompetenznetzwerk "Künstliche maschinelle Intelligenz" der Bayerischen Staatsregierung einnehmen. Das Netzwerk ist als Brücke zwischen der Grundlagen- und der Anwendungsforschung gedacht, und der Schwerpunkt liegt zunächst auf der Entwicklung resilienter kognitiver Systeme, resilienter KI sowie KI für autonome Systeme. Weitere Partner im Kompetenznetzwerk sind neben den beiden Münchner Universitäten TUM und LMU verschiedene Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in München, Erlangen, Würzburg, Augsburg, Bayreuth, Ingolstadt und Amberg-Weiden. (rme)