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Freie Entwicklungsumgebung: Eclipse Foundation begeht zehnjähriges Jubiläum

Zehn Jahre nach ihrer Gründung kümmert sich die händlerunabhängige, gemeinnützige Gesellschaft mit 205 Mitgliedern um 247 Projekte. Seit dem Rückzug von IBM muss sie sich allerdings mehr den je ins Zeug legen, um Eclipse relevant zu halten.

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Die Eclipse Foundation startete im Februar 2004 mit 19 Projekten und 50 Mitgliedern, um die Geschicke des drei Jahre zuvor von IBM der Öffentlichkeit vorgestellten Eclipse-Projekts zu lenken. Kernstück des Projekts, ist die integrierte Entwicklungsumgebung Eclipse, das zugehörige Ökosystem geht aber deutlich darüber hinaus. Unterstützung bekam IBM in den ersten Jahren unter anderem von Unternehmen wie Borland, Red Hat und SuSE, bevor mit der Foundation vor zehn Jahren ein unabhängigeres Gremium die Zügel übernahm. Es umfasst fünf Arten von Mitgliedern: Strategic, Enterprise, Solution, Associate und Committer Members.

Strategic Members sind Organisationen, die Eclipse als eine strategische Plattform sehen und Entwickler und andere Ressourcen in ihre Weiterentwicklung stecken. Sie haben jeweils einen Vertreter im Board of Directors und umfassen unter anderem Oracle, SAP, Google und IBM. Enterprise Members setzen häufig entweder für eigene Entwicklungen stark auf Eclipse und möchten deshalb Einfluss auf die Richtung des Projekts in ausgesuchten Bereichen oder bieten Dienste oder Produkte, die die entsprechenden Techniken nutzen, an.

Solutions Member wie Airbus, BMW, Nokia und Intel bieten kommerzielle Produkte wie Tools für Eclipse oder auf bestimmten Unterprojekten aufsetzende Angebote oder aber Dienste wie Training, Consulting oder gehostete Webdienste. Bis ins Jahr 2008 waren sie als Add-in Provider bekannt. Associate Members haben kein Stimmrecht, können aber an Projekt-Reviews und Treffen teilnehmen, um die zukünftige Richtung besser zu verstehen, und Anforderungen weitergeben. Committer Members können Code beisteuern, aber im Gegensatz zu normalen Committern ihre Stimme bei der Wahl eines Vetreters der Entwicklergemeinde für den Vorstand der Foundation abgeben.

Bei Eclipse gilt das Prinzip der Meritokratie, je mehr ein Entwickler beisteuert, desto mehr Verantwortung darf er übernehmen. Der Ansatz stellt sich in letzter Zeit aber immer häufiger als Stolperstein heraus, da Freiwillige nicht ohne Weiteres einfach an der Entwicklung teilnehmen können und sich durch die vergleichsweise hoch wirkenden Einstiegshürden schnell abschrecken lassen. Aus diesem Grund startete 2012 eine Initiative, um den Beteiligungsprozess einfacher zu gestalten.

Generell ist es seit dem etwa seit 2008 andauerndem, langsamen Rückzug von IBM aus dem Projekt für Eclipse schwieriger geworden, sich auf dem einst von ihm beherrschten IDE-Markt weiter zu behaupten, da die Innovationskraft seit dem nachzulassen scheint. Die Frage, ob nicht eine etwas stärkere Führung diesen Missstand aufheben könnte, kommt häufiger auf, da Hersteller von Konkurrenzprodukten wie JetBrains hier besser dazustehen scheinen. (jul)