GCC: Go oder Ada soll Java in den Default-Sprachen ersetzen

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Auf der Mailing-Liste des GCC-Projekts gibt es erneut Diskussionen um das Entfernen der libjava-Bibliothek aus der Liste der standardmäßig mit GCC gebauten Sprachen. Nach Meinung von Red Hats Jeff Law, der das Thema nach ersten Gesprächen 2008 wieder hervorgeholt hat, handelt es sich beim GNU Compiler für Java (GCJ) nicht mehr um ein in Entwicklung befindliches Projekt. Die letzten Neuigkeiten hierzu gab es wohl 2009 und auch 2013 war bis auf wenige Instandhaltungsarbeiten keine sonderlich große Projektaktivität zu vermelden.

Der Umstand hängt Laws Vermutungen zufolge damit zusammen, dass sich viele Java-Entwickler eher an der Arbeit am OpenJDK beteiligen, das sich zudem größerer Beliebtheit erfreut. Seinen Tests zufolge verwendet GCC 25 Prozent der gesamten für das Bootstrapping benötigten Zeit für die Arbeit mit Java. An dieser Stelle ließe sich also durch ein Entfernen viel gewinnen. Der einzige Vorteil, der sich aus der Verwendung von Java als eine der Default-Sprachen ergibt, ist, dass der Code mit GCJ besser geprüft wird. Um das nicht zu verlieren, schlägt Law vor, Java durch Go als eine der Standardsprachen zu ersetzen – die Sprache verwende auch -fnon-call-exceptions und außerdem scheint die zugehörige Community im Moment die deutlich aktivere zu sein.

Es geht dabei nicht darum, die Bibliothek ganz aus dem GCC-Code zu verbannen, sie soll lediglich nicht mehr automatisch gebaut werden. Viele Kommentatoren zeigen sich dem Vorschlag aufgeschlossen gegenüber, als Alternative zu Go kam in der Diskussion außerdem Ada auf. Law hat angekündigt, auch diese Option zu prüfen, da sie sich eventuell sogar noch eher anböte. Das letzte Wort um die Nachfolge ist also noch nicht gesprochen, allerdings sieht es im Moment stark danach aus, als ob Java seinen Platz räumen muss. (jul)