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GUI-Toolkit GTK+ 3.22 bringt Flatpak-Portale

Version 3.22 ist das erste LTS-Release und gleichzeitig das letzte des 3.x-Strangs. Zu den technischen Highlights gehört der Support für Flatpak-Portale zur Abschottung von Desktop-Anwendungen unter Linux.

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Das GUI-Toolkit GTK+ 3.22 ist jetzt verfügbar

Kurz vor der geplanten Veröffentlichung von Gnome 3.22 ist das GUI-Tookit GTK+ 3.22 erschienen, das die Grundlage der Desktop-Umgebung bildet. Die ehemals als GIMP-Toolkit bekannte Komponentenbibliothek ist die erste, die dem neuen Versionierungsschema folgt, das die Macher Anfang des Monats beschlossen hatten. Es ist damit zum einen das letzte Release des 3.x-Strangs und zum anderen das erste mit Long Term Support (LTS).

Letzteres bedeutet, dass sich Entwickler und Nutzer auf eine stabile Variante und künftige Unterstützung verlassen können: Die Macher werden über die nächsten drei Jahre weitere Micro-Releases als 3.22.x veröffentlichen, die API- und ABI-stabil sind und sich auf Fehlerkorrekturen samt Security-Patches beschränken. Parallel dazu beginnt unter der Versionsnummer 3.9 die Entwicklung des 4.x-Strangs.

Die wohl interessanteste technische Neuerung in GTK+ 3.22 ist der Support für Flatpak-Portale. Flatpak ist eine Infrastruktur, um Linux-Anwendungen in Pakete zu packen, die nahezu alles zur Ausführung benötigte mitbringen und so unter verschiedensten Linux-Distribution laufen; auf Wunsch kann Flatpak die Anwendungen dabei vom restlichen System abschotten.

Flatpaks sollen Anwendern die Nutzung von Applikationen erleichtern, die für die aktuelle Distribution nicht in kompilierter Form zur Verfügung stehen. Sie verwenden eine Laufzeitumgebung, mit der sie die Anwendungen vom restlichen System trennen. Bei aktiver Abschottung kann die Anwendung über die Flatpak-Portale auf Betriebssystemfunktionen zugreifen. Die Portale sind APIs, mit denen Anwendungen beispielsweise das Öffnen einer Datei anstoßen oder ein Dokument auf den Drucker schicken kann.

Zu den Flatpak-Portalen, die GTK+ 3.22 anbietet, gehören APIs zum Öffnen von Dateien und URIs, zum Anfertigen von Screenshots und zum Drucken, zur Abfrage des Netzwerkstatus und von Proxy-Informationen sowie zur Ausgabe von Benachrichtigungen und zum Sperren des Bildschirms. Die Portal-APIs funktionieren auch unabhängig vom Gnome-Desktop und nutzen die GTK+-Dialoge wie GtkFileChooserNative.

Weitere Details zur Umsetzung des Flatpak-Portale stehen im Gnome-Blog. Eine offizielle Ankündigung des GTK+ auf dem Entwicklerblog steht noch aus, aber der Tarball ist bereits verfügbar. (rme)