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Gartner-Studie: Hadoop-Hype ebbt offenbar ab

Um Hadoop und Big Data wurde in den vergangenen Jahren viel Wirbel betrieben. Laut den Analysten von Gartner könnte der Hype um das Apache-Framework zumindest in den nächsten zwei Jahren kräftig zurückgehen.

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Die Analysten von Gartner haben in ihrer neuen Studie zur Akzeptanz von Apache Hadoop ein unter IT-Managern und Führungskräften überraschend zögerliches Verhalten beobachtet, die derzeit populärste Big-Data-Technik auch bei sich im Unternehmen einzusetzen. Für die Studie hatten die Marktbeobachter knapp 300 Mitglieder des "Gartner Research Circle"-Programm befragt. Von denen, die an der Erhebung vollständig teilgenommen hatten, erklärten nur 125, dass sie entweder bereits in Hadoop investiert hätten oder das innerhalb der nächsten zwei Jahre vorhätten.

Hadoop wurde speziell zur Entwicklung skalierbarer, verteilter Anwendungen zur Analyse großer Datenmengen entworfen. Es implementierte ursprünglich den von Google entwickelten MapReduce-Algorithmus. Dabei werden Daten über die Knoten eines Hadoop-Clusters verteilt redundant gespeichert, die Analyseprogramme laufen parallel auf allen Knoten und analysieren die jeweils dort vorgehaltenen Daten. Bis heute hat sich Hadoop zum De-facto-Standard der Big-Data-Szene entwickelt, den auch nahezu sämtliche Softwareriesen zu unterstützen versuchen. Mittlerweile ist MapReduce nur noch eine Möglichkeit. Andere, verteilte und nicht verteilte Programme sind demnach im Hadoop-Cluster genauso willkommen.

Mehr als die Hälfte der von Gartner für die "Hadoop Adoption Study" Befragten hatte angegeben, derzeit nicht zu planen, Hadoop auf absehbare Zeit im Unternehmen einzuführen. Nur 18 Prozent wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Hadoop investieren. Das sind weniger als diejenigen, die das Framework bei sich schon im Betrieb haben. Und die sind offenbar nicht unbedingt von weiteren Investitionen in Hadoop überzeugt. Das bedeutet für die Gartner-Analysten, dass die Begeisterung für Hadoop innerhalb der nächsten zwei Jahre gegenüber den vergangenen Jahren deutlich abnehmen werde.

Solche Zahlen stehen dem Hype entgegen, der rund um das Thema Big Data schon seit einigen Jahren betrieben wird. Sie stehen aber auch Beobachtungen von Hadoop-Schöpfer Doug Cutting entgegen, der erst kürzlich immer noch eine jährliche Verdopplung der Hadoop-Anwender beobachtet hatte. Das bedeutet Cutting zufolge, dass immerhin über die Hälfte der Nutzer Einsteiger in das Thema seien.

Die Antworten der von Gartner befragten Manager weisen auf zwei Gründe für das mangelnde oder schwindende Interesse für die Einführung von Hadoop hin. Für viele habe das Thema Hadoop einfach keine Priorität, andere bewerteten den Einsatz des Frameworks als zu teuer für den zu erwartenden Nutzen.

An der Spitze der Gründe, die gegen die Einführung von Hadoop sprechen, steht bei 57 Prozent der Befragten das Fehlen von Know-how und Erfahrungen – und das trotz hier Abhilfe versprechender Werkzeug. Denn bei denen sehen die Befragten, dass sie nur einer sehr geringen Anzahl an Experten helfen würden. 49 Prozent der Teilnehmer haben darüber hinaus anscheinend Schwierigkeiten, den Wert von Hadoop für das eigene Unternehmen zu erkennen. Ebenfalls ein Ausschlusskriterium sind offenbar hohe Kosten für die Anschaffung zusätzlicher Hardware und nicht ausreichende Funktionen des Hadoop-Stacks bei der Nutzung durch mehrere Nutzer. (ane)