Go 1.1 mit Performance-Schwerpunkt

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Etwas mehr als ein Jahr nach der Freigabe von Go 1.0 hat Google ein neues größeres Update der Programmiersprache veröffentlicht. Zwischenzeitlich waren drei kleinere, nur kritische Fehler angehende Wartungs-Releases erschienen. Die meisten Überarbeitungen beim neuen Go 1.1 betreffen Performanceaspekte, so finden sich Optimierungen bei Compiler, Linker, Garbage Collector, dem Scheduler der Go-Routinen, der Map-Implementierung und bei Teilen der Standardbibliothek. Laut Google ist es dadurch möglich, dass sich mit Go 1.0 erstellte Programme nach nur geringen Anpassungen mit Go 1.1 deutlich schneller verhalten, wobei sich die neue Sprachversion kompatibel mit ihrem Vorgänger verhalten soll.

Weitere Änderungen gibt es außerdem bei Rückgabe-Anforderungen und Methodenwerten. Des Weiteren verspricht Google ein sichereres nebenläufiges Programmieren. Ein neues Tool ist der sogenannte Race Detector, mit dem sich Speichersynchronisationsfehler finden lassen.

Go war vor etwa dreieinhalb Jahren als Sprache für die Systemprogrammierung mit dem Versprechen "Wie C wäre, wenn wir es heute machen würden" ins Rennen geschickt worden. Hinter der Entwicklung des Sprachkerns stehenden Köpfe sind beispielsweise Rob Pike und Ken Thompson, die schon bei vielen wegweisenden Softwareprojekten mitgewirkt haben. Sie waren von den Programmiersprachen für die Systemprogrammierung frustriert und wünschten sich eine Sprache, die mit Multicore-Architekturen zurechtkommt und sich schnell ausführen und kompilieren lässt.

Die Sprache hat rasch den Zuspruch vieler Entwickler erhalten, und mittlerweile haben deutlich mehr als hundert externe Entwickler Code für Go eingereicht. Go wird beispielsweise von Unternehmen wie der BBC, Novartis, SoundCloud, SmugMug und Canonical eingesetzt. Google verwendet die Sprache unter anderem im Rahmen seiner animierten und interaktiven Doodles. (ane)