Google I/O: Viel Neues mit Android O

Video Bild im Bild, ein erweiterter Farbraum, ausgeweitete Android ID, ein neues App-Verzeichnis und noch mehr: An Android O ist einiges neu.

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Google I/O: Viel Neues mit Android O

Wofür das O in Android O steht, hat Google auch am Mittwoch nicht verraten.

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Android O wartet mit einer Vielzahl an Veränderungen auf, die unmittelbar sichtbar sein können: Das Betriebssystem wird Bild im Bild unterstützen. So kann etwa ein Video oder ein Videochat in einem verkleinerten Bereich weiterlaufen, während der User eine andere App nutzt. Überhaupt können mehrere Fenster und mehrere Bildschirme mit unterschiedlichen Inhalten gleichzeitig gerendert und genutzt werden.

Neu ist auch, dass in Android O für Bildschirme mit einem erweiterten Farbraum sowie 16-bit-PNG-Bilder programmiert werden kann. Der Geräteemulator für Android O hat nun auch einen Play Store und unterstützt OpenGL ES 3.0. Google verspricht verbesserte Unterstützung für Medieninhalte mit Digital Restriction Management (DRM), optimiertes Buffering beim Streaming und intelligentere Markierung von Textinhalten.

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Die Hauptbühne der Google I/O 2017. Wofür das O in Android O steht, hält Google nach wie vor geheim. (Bild: Daniel AJ Sokolov)

Jedes Userkonto und jede installierte App soll sich mit einer eigenen Android-ID ausweisen. Das erschwert das Tracking. Die Werbe-ID bleibt für alle Apps eines Accounts auf einem Gerätes gleich. Andererseits soll es einfacher werden, Google-Accounts mit Konten bei Drittanbietern zu verlinken, auch Bezahlvorgänge will Google vereinfachen.

Google bereitet außerdem ein neues App-Verzeichnis vor. Es soll Apps in Kategorien einordnen und es ermöglichen, eine App unverbindlich auszuprobieren. Hier kommen wohl die Instant Apps in Spiel, die auch direkt vom Hauptbildschirm verlinkt werden können. Für den Endnutzer ist der Unterschied zwischen App und Instant App dann nicht mehr offensichtlich.

Darüber hinaus richtet Google ein Verzeichnis aller Android-Geräte ein. Entwickler können damit nicht nur einfacher App-Varianten für verschiedene Modelle entwickeln, sondern auch den Erfolg ihrer Apps auf einzelnen Modellen auswerten: Wie schnell die Software auf bestimmten Endgeräten läuft, wie oft sie abstürzt, Zahl der Installationen sowie durchschnittliche Nutzerbewertungen und erzielte Umsätze.

Zwei weitere Neuerungen müssen Android-Entwickler beachten: Notifications müssen in Android O einem Notification Channel zugeordnet sein, andernfalls bekommt der Nutzer die Notifications nicht zu sehen oder hören. Die Channel-Zurodnung ermöglicht es Anwendern, bessere Einstellungen vorzunehmen, ob und wie sie informiert werden wollen.

Es ist ratsam, die neue API für die Zuteilung von Cache-Quoten regelmäßig abzufragen. Android O wird jeder App einen Teil des zur Verfügung stehenden Caches zuweisen. Diese Rationierung kann sich aber ändern. Der Vorteil für Programmierer ist, dass sie sich auf ihren aktuellen Cache-Anteil verlassen können. Solange ihre App nicht mehr Cache belegt, müssen sie nicht befürchten, dass ihre im Cache hinterlegten Daten gelöscht werden.

Beschränkt wird zudem der Ressourcenverbrauch von im Hintergrund aktiven Apps: Die aktive Abfrage des Aufenthaltsortes des Gerätes wird beschränkt, der Einsatz von Geofencing oder passives Mithören bei den Abfragen aktiver Apps sind aber möglich. Die in Android Nougat eingeführten Beschränkungen für den Empfang von Broadcasts werden verschärft. Und nach einigen Minuten im Hintergrund werden Apps gestoppt, wobei es aber Ausnahmen gibt. Dies soll die Performance der vom User aktiv genutzten Apps verbessern.

Eine Safe-Browsing-API führt Google nicht bloß für Android O, sondern sogar zurück bis Android Lollipop ein. Über diese Schnittstelle können Apps beim Aufruf einer URL prüfen, ob Google die Ressource als gefährlich eingestuft hat, etwa weil der Server gehackt ist oder die Webseite als Phishing-Falle bekannt ist.

(ds)

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