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Google, Microsoft, Facebook und Twitter stellen das Data Transfer Project vor

Mit dem quelloffenen Data Transfer Project wollen die vier Firmengiganten Nutzern den Austausch ihrer Daten zwischen den Plattformen ermöglichen.

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Google, Microsoft, Facebook und Twitter stellen das Data Transfer Project vor

(Bild: geralt, Pixabay)

Google, Microsoft, Facebook und Twitter haben ihre Zusammenarbeit am sogenannten Data Transfer Project bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um ein quelloffenes Projekt, das Nutzern die Möglichkeit bieten soll, Ihre Daten von einem Service zum anderen zu übertragen – und zwar ohne vorherigen Download. Das Projekt steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wer allerdings Googles Takeout, das jetzt den neuen Namen "Download Your Data" trägt, nutzt, kann seine Daten bereits jetzt zwischen Dropbox, Box, MS OneDrive und Google Drive austauschen.

So funktioniert der Service

Offiziell startete das Projekt bereits im Jahr 2017. Im Mai 2018 erwähnt Google es erstmals in einem Blogbeitrag zu den Vorbereitungen auf das neue Datenschutzabkommen der EU. Der Großteil der verfügbaren Elemente des Data Transfer Project stammt dabei wohl aus den Federn von Google und Microsoft, Facebook und Twitter sind scheinbar Neuzugänge. Das Projekt setzt sich aus drei Schritten zusammen: Es nutzt bereits bestehende APIs und Authentifizierungsmechanismen (beispielsweise OAuth), um auf die Daten zuzugreifen. Im zweiten Schritt nutzt der Service spezifische Adapter, um die Daten in ein standardisiertes Format zu speisen. Diese übergibt der Dienst dann an die jeweilige Zielplattform.

Selbstverständlich sprechen die Firmen davon, dass Datensicherheit und Privatsphäre im Mittelpunkt des Projekts stehen würden. Dienste müssten zunächst dem Datentransfer untereinander zustimmen, bevor Nutzer ebenfalls jeden Account einzeln verifizieren müssen. Alle Nutzerdaten sollen dabei mit einem auf Perfect Forward Secrecy basierenden Protokoll verschlüsselt sein. Darüber hinaus kann jeder Partner des Dienstes weitere Mechanismen zur Autorisierung auswählen. Da es sich um ein quelloffenes Projekt handelt, soll laut Google jeder den Code inspizieren können, um sicherzustellen, dass die Daten nicht von einem Service gesammelt werden. Das Projekt findet sich auf GitHub.

Der richtige Zeitpunkt?

Im Zuge des Datenskandals rund um Facebook und die Datenanalysefirma Cambridge Analytics erscheint der Zeitpunkt für die große Ankündigung des Projekts etwas fragwürdig. Im ebenfalls veröffentlichten Whitepaper betonen die Firmen ebenfalls die Wichtigkeit von Datenschutz und Privatsphäre. Ob das Vertrauen der Öffentlichkeit noch vorhanden ist, wird sich allerdings zeigen. Die Firmen versprechen jedenfalls, das Projekt durch seine Open-Source-Struktur der Kritik zu stellen. Sie suchen außerdem weitere Firmen, die sich am Projekt beteiligen möchten. (bbo)