Google: Project Bloks bietet Kindern Programmieren zum Anfassen

Die Open-Hardware-Plattform will Kindern das Programmieren näherbringen. Statt am Rechner bauen sie die Logik mit Bausteinen. Vorbild ist Googles eigene virtuelle Programmierplattform für Kinder Blockly.

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Google bringt mit Project Bloks Programmieren zum Anfassen für Kinder
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Bei Blockly kombinieren Entwickler farbige Blöcke zu Programmlogik (Bild: Google)

Mit dem Open-Source-Projekt Blockly führte Google 2012 ein Programmierkonzept ein, das an Bauklötze oder Puzzleteile erinnert. Statt Code in Klammern zu setzen und einzurücken, verwendet das System farbige Teile, die Entwickler miteinander kombinieren und so die Programmlogik erstellen. Das System erstellt unter der Haube JavaScript-Code, den es auch im Browser anzeigt.

Das Konzept will Goolge nun auf physische Bausteine übertragen: Project Bloks ist aus der gemeinsamen Forschung von Google, Paulo Blikstein von der Stanford University und dem Design- und Innovationsberatungsunternehmen Ideo entstanden. Es setzt auf physische Blöcke zum Aufbau von logischen Abfolgen. Die Komponenten, die dabei zum Einsatz kommen, heißen Brain Boards, Base Boards und Pucks.

Brain Boards sind gleichzeitig das Herzstück und das Gehirn des Systems und nehmen ein Raspberry Pi Zero zur Grundlage. Sie versorgen die anderen Bauteile mit Strom und können über WLAN und Bluetooth mit beliebigen Geräten kommunizieren. Die Base Boards lassen sich über Stecker miteinander und mit dem Brain Board verbinden. Sie umfassen LEDs und Haptikmotoren, mit denen sie den Nutzern optische und haptische Rückmeldung geben.

Steckkastensystem aus Brain Board und Base Boards (Bild: Google)

Die eigentliche Logik erstellen die Programmierer mit Pucks, was man als Kobolde übersetzen kann. Sie repräsentieren Instruktionen oder auch Variablenwerte. Sie haben keine vorgegebener Form oder Funktion, sodass Lehrer und Hardware-Entwickler ihre eigenen Bausteine entwerfen können, die entweder allgemeine Aufgaben wie Schleifen repräsentieren oder auf spezifische Szenarien zugeschnitten sind.

Quelle: Google

Das Project-Bloks-Team hat ein Referenzpaket namens Coding Kit entworfen. Nun sucht es nach Teilnehmern, die die weitere Forschungsarbeit unterstützen wollen. Dabei kann es sich um Erzieher, Entwickler, Eltern oder Forscher handeln. Interessenten können sich auf der Project-Bloks-Site bewerben. Wie genau die Teilnahme aussieht, ist nicht ersichtlich. Auf der Seite steht jedoch, dass es leider nicht darum geht, dass Schulen oder Gruppen das Coding Kit testen. (rme)

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