Google Wave: Der Echtzeit-Wiki-Kommunikator

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Google gibt Entwicklern auf seiner I/O-Konferenz heute einen Vorgeschmack auf einen neues Kommunikations- und Kollaborationsprodukt namens Google Wave. Einige handverlesene Programmierer sollen noch vor der Veröffentlichung daran mitarbeiten dürfen. In ein paar Monaten will Google Wave dann als Open Source frei zugänglich machen.

Google Wave vereint Messenger- und Kollaborationsfunktionen. (Bild: Google)

Wave ist eine Server-Software, die Funktionen gleich einer Reihe anderer Kommunikations- und und Kollaborationsdienste vereint. Benutzer greifen darauf über ein Web-Interface zu. Sie führen darin zum Beispiel Konversationen, die asynchron wie E-Mail oder synchron wie Chats verlaufen. Das Kommunizieren kann dabei fließend in gemeinsames Editieren eines Dokuments übergehen, wobei die Software den Teilnehmern fast in Echtzeit die Änderungen der anderen Teilnehmer anzeigt. Solche Kommunikationen/Dokumente behandelt Google als zusammengehörende Objekte, die es Waves nennt. Die Software präsentiert den Benutzern den aktuellen Stand eines Waves, kann aber auch jeden Barbeitungsschritt wiedergeben – einzeln oder mit einer Art Replay-Funktion.

Durch Plug-ins soll sich Wave erweitern lassen. (Bild: Google)

Auf ähnliche Weise lassen sich Bildergalerien quasi gleichzeitig editieren. Benutzer betten etwa mit wenigen Mausklicks Google Maps oder die Ergebnisse von Google-Suchen ein. Durch Plug-ins sollen sich andere Inhalte integrieren lassen. Google präsentierte als Beispiel ein Online-Schachspiel. Der Hersteller will die dafür notwendigen APIs veröffentlichen. Andersherum sollen sich Waves auch in andere Websites integrieren lassen.

Google will Wave zunächst mit einer Auswahl an Programmierern weiterentwickeln. Anschließend wird Wave als Dienst auf Google-Servern der Öffentlichkeit vorgestellt. Später soll der komplette Wave zugrundeliegende Code freigegeben werden, sodass jeder einen Wave-Dienst auf seinen Servern anbieten können soll. Der Veröffentlichungstermin soll laut Google "später in diesem Jahr" liegen. Welche Voraussetzungen eine Webserver-Umgebung erfüllen muss, um damit einen Wave-Server betreiben zu können, konnte Google derzeit nicht mitteilen. (Jo Bager) / (jo)

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