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Google verklagt Oracle wegen Preisgabe hypothetischer, nicht öffentlicher Zahlen

Die Schlacht geht in die nächste Runde. Nun fordert Google eine Entschädigung von 3,9 Millionen US-Dollar, da eine Oracle-Anwältin offenbar vertrauliche Zahlen in den Prozess eingebracht hatte.

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Selbst nach der Urteilsfindung im Mai nimmt die Auseinandersetzung zwischen Google und Oracle um die rechtmäßige oder unrechtmäßige Verwendung von Java-APIs im mobilen Betriebssystem Android kein Ende. Denn nun hat Google Oracle auf 3,9 Millionen US-Dollar verklagt, weil eine Anwältin des Datenbankkonzerns offenbar vertrauliche Informationen in den Prozess eingebracht hatte.

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So hatte Anne Hurst von finanziellen Vereinbarungen zwischen Google und Apple gesprochen. Bei ihnen ging es beispielsweise um Zahlungen von Google von einer Milliarden Dollar dafür, dass Apple die Suchleiste von Google bei iPhones, iPads und iPad touch im Safari-Browser einbindet. Dem iPhone-Hersteller wurden außerdem 34 Prozent der über Suchanfragen eingenommen Werbeeinnahmen zugestanden. Des Weiteren hatte Hurst in Erfahrung gebracht, dass Google mit Android einen Umsatz von 31 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 22 Milliarden Dollar eingefahren habe.

Geht es nach Google, waren die Zahlen vertraulicher Natur. Ein Google-Anwalt scheiterte mit dem Versuch, die Prozentzahl aus den Gerichtsunterlagen zu streichen, da es sich dabei um "hypothetische Zahlen" handele, die nicht öffentlich bekannt seien. Doch scheiterte sein Versuch. Aufmerksam auf die Zahlen war im Januar 2016 der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg geworden. Zwar waren die Protokolle darauf entfernt worden, doch die Informationen hatten schon Anklang bei anderen Newsportalen gefunden.

Der für den Oracle-Google-Prozess zuständige Richter hatte eine mögliche Bestrafung für die Preisgabe der Zahlen auf die Zeit nach der gerichtlichen Auseinandersetzung verschoben. Das ist nun der Anlass für Google, eine Entschädigung über die eingangs genannte Summe einzufordern. Sie setzt sich aus 1,8 Millionen Dollar für das Management der Dokumente während des Gerichtsverfahrens, 300.000 Dollar für die Transkriptionsgebühren und weiteren 1,8 Millionen Dollar für Gutachter zusammen. (ane)