Googles Brotli-Algorithmus soll Chrome schneller machen

Der nach dem Schweizerdeutschen Brötli benannte Kompressionsalgorithmus soll dabei helfen, dass sich Webseiten schneller laden lassen und dabei ein geringeres Datenvolumen beanspruchen.

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Im nächsten Release des Chrome-Browsers soll erstmals der im September 2015 vorgestellte Kompressionsalgorithmus Brotli zum Tragen kommen. Mit ihm verspricht sich Google eine deutlich bessere Kompressionsrate als bisher oder bei Alternativen. Mit Brotli sollen sich Webseiten schneller laden lassen und dabei ein geringeres Datenvolumen beanspruchen.

Brotli soll bei typischen Webaufgaben und beim Verarbeiten von HTML Einsparungen von bis zu 25 Prozent gegenüber gzip ermöglichen, bei der Kompression von JavaScript ist offenbar eine Ersparnis von 17 Prozent zu beobachten.

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Der Firefox-Browser der Mozilla Foundation unterstützt Brotli seit Firefox M44, für Chrome 49 ist dann Brotli auch in Googles Browser geplant. Um jedoch Brotli voll nutzen zu können, benötigen Anwender einen Server, der das Komprimieren des Inhalts mit dem Brotli-Format unterstützt. Hierin krankt es derzeit noch, denn es gibt momentan von Google nur ein paar Patches zur Unterstützung im nginx-Server, Support für Apache vermisst man noch. Eine weitere Einschränkung bei der Nutzung des neuen Algorithmus ist, dass Brotli sowohl mit Firefox als auch mit Chrome nur für die verschlüsselte Übertragung mit HTTPS gedacht ist.

Laut einer Nachricht im Entwicklerforum lässt sich Brotli in der Canary-Version von Chrome via chrome://flags#enable-brotli freischalten. Hier heißt es außerdem, dass das Format für sämtliche relevanten Plattformen angedacht ist, neben Windows, OS X und Linux auch Chrome OS, Android und Android WebView.

Brotli ist nicht der erste Kompressionsalgorithmus, der nach einem Schweizer Gebäck benannt ist. Vor fast drei Jahren hatte Google mit Zopfli eine andere Kompressionsbibliothek als Open-Source-Software vorgestellt. Zopfli ist wie zlib eine Implementierung des Deflate-Algorithmus, der auch im Zip-Dateiformat und bei PNG-Dateien zum Einsatz kommt. Brotli (eigentlich Brötli) ist hingegen ein ganz neues Format, das laut Google zu einer 20 bis 26 Prozent höheren Kompressionsrate als Zopfli sorgen soll. Dabei soll Brotli genauso schnell Daten komprimieren wie zlib, jedoch bessere Kompressionsdichte als LZMA und Bzip2 aufweisen, wie einem von Google durchgeführten Vergleich zu entnehmen ist. (ane)

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