Hewlett Packard Enterprise kauft Hadoop-Pionier MapR

Der ehemalige Hadoop-Riese stand bereits kurz vor dem Aus. HPE will mit dem Zukauf seine Datenplattform mit Fokus auf Machine Learning ausbauen.

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HPE kauft MapR
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  • Rainald Menge-Sonnentag

Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat die Übernahme des Softwareherstellers MapR angekündigt. Damit ist zumindest das Damoklesschwert der vollständigen Geschäftsaufgabe des ehemaligen Hadoop-Riesen verschwunden. HPE möchte vor allem seine Intelligent Data Platform ausbauen. Das Unternehmen übernimmt die Technologie und das geistige Eigentum von MapR. Kunden sollen weiterhin existierende Installationen verwenden können. Über die genaue Zukunft der Mitarbeiter ist noch wenig bekannt. Exakte Details wie den Preis haben HPE und MapR nicht veröffentlicht.

Die MapR-Plattform sieht HPE laut der Pressemitteilung zur Übernahme als Grundlage für eine Data-Pipeline vom Edge zur Cloud mit erweiterten Datenanalyse- und ML-Eigenschaften. Das Unternehmen sieht MapR als Ergänzung zu dem im November 2018 zugekauften KI-Startup BlueData. Dabei spielen vor allem die Multi-Cloud- und Container-Anbindungen von MapR eine Rolle. HPE will unter anderem die BlueData-Funktionen für containerisierte Anwendungen ausbauen und Data-Pipelines über hybride Rechenzentrums- und Cloud-Installationen ermöglichen.

Das Nachrichtenportal datanami hat zu der Übernahme ein Interview mit dem Vizepräsidenten und General Manager Big Data and Secondary Storage von HPE Patrick Osborne veröffentlicht, das zumindest etwas mehr Licht auf die Pläne wirft als die Pressemitteilung. HPE arbeitet laut Osborne bereits seit 2015 eng mit MapR zusammen und war eine Firma, "die wir immer als Teil von HPE oder zumindest als engen Partner haben wollten. Wir arbeiten bereits seit einer Weile mit ihnen zusammen, um zu sehen, wie wir das umsetzen können."

Osborne sieht die MapR-Übernahme in einem ähnlichen Licht wie die von BlueData. Bezüglich der damit zugekauften Applikationssoftware meint er: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir ein Anwendungsanbieter sein möchten". Die Tools und Datenbanken sieht er jenseits des Bereichs von HPE, aber das Unternehmen möchte durchaus in der Lage sein, einen Orchestration-Layer und eine Data Fabric anzubieten.

Die Datenplattform von MapR zum Zeitpunkt der Übernahme durch HPE

(Bild: MapR)

Das Thema Hadoop steht für Osborne weniger im Fokus: "Für mich geht es bei der Übernahme um die datenorientierte Vision im Gegensatz dazu, einfach eine Hadoop-Distribution zu sein". Auf die Partnerschaft mit Cloudera als Konkurrent zu MapR im Hadoop-Umfeld befragt, betont er dass HPE weiterhin weltweit mit Cloudera zusammenarbeiten werde.

Das Schicksal der MapR-Mitarbeiter ist weiterhin unklar, nachdem bereits Anfang Juni zahlreiche Entlassungen bekannt geworden waren. Osborne sagte im Gespräch mit datanami, dass HPE so viele MapR-Angestellte wie möglich behalten wolle. Dabei liege die Priorität auf Technikern sowie Mitarbeitern in den Teams zu Product Delivery und Product Success. Noch ist unklar, ob der Gründer und Geschäftsführer von MapR Joahn Schroeder bei HPE unterkommt.

Wie genau es mit der derzeitigen MapR-Plattform weitergehen wird, ist ebenfalls unklar. "Wir werden mit den Kunden reden und sie auf Erneuerungen und Erweiterungen und sogar neuen Anwendungen in 12 bis 18 Monaten vorbereiten". Die derzeitigen MapR-Produkte könnten sich zu anderen oder separaten Angeboten entwickeln. Eine Integration in HPE-Produkt sieht Osborne ebenfalls als Möglichkeit, möchte aber derzeit noch nicht über ungelegte Eier sprechen. (rme)