IBM bringt eine API für den Cloud-Quantencomputer

Mit der offenen Schnittstelle können Entwickler unter anderem Python verwenden, um Berechnungen miteinander zu verbinden. In Kürze soll ein vollständiges SDK zum Zugriff auf die IBM Quantum Experience folgen.

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IBM bringt eine API für den Cloud-Quantencomputer
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IBM hat den im vergangenen Jahr eingeführten Zugriff auf einen Quantencomputer um eine API erweitert. Damit sollen Entwickler komplexere Anwendungen erstellen können, indem sie mit Programmiersprachen wie Python mehrere Berechnungen miteinander verknüpfen. Ein Python-API-Client ist auf GitHub verfügbar. Er verwendet die Anfang des Jahres eingeführte Schnittstelle OPENQASM, die einen erweiterten Zugriff auf die Hardware des Quantensystems ermöglicht.

Big Blue hatte im Mai 2016 den Zugriff auf einen experimentellen Quantencomputer öffentlich über die IBM Cloud zur Verfügung gestellt. Über ein dynamisches Benutzerinterface können Interessierte auf das Systeme zugreifen. Eine ebenfalls öffentliche Quantum-Experience-Plattform, die eine Registrierung erfordert, dient dem Austausch der Erfahrungen – sowohl von externen Nutzern als auch von IBM-Forschern.

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Das erklärte Ziel der Öffnung war die Beschleunigung von Anwendungen für Quantencomputer, die auf der Basis quantenmechanischer Zustände arbeiten. Mit ihnen sollen sich einige komplexe Aufgabenstellungen deutlich effizienter lösen lassen als mit herkömmlichen Supercomputern. Seit der Öffnung haben laut dem IBM-Forschungs-Blog etwa 40.000 Nutzer insgesamt 275.000 Experimente über die Quantum-Experience-Plattform durchgeführt. Die nun veröffentliche API entstand offensichtlich aufgrund der Nachfrage von Nutzern.

Die direkte Schnittstelle zum Zugriff auf IBM Quantum Experience erinnert wenig an traditionelle Programmiersprachen. (Bild: IBM Research)

Freilich ist derzeit noch keine Programmierung des Systems mit herkömmlichen Programmiersprachen möglich. Vielmehr startet die Python-Bibliothek Experimente und zugehörige Jobs auf dem Quantencomputer und verknüpft so die bisher nur manuell verfügbaren Zugriffe. Über befehle wie api.getResultFromExecution lassen sich Ergebnisse abrufen und weiterverarbeiten.

Die nun veröffentliche API ist nur der erste Schritt, die Quantensysteme für Entwickler zu öffnen: Für das erste Halbjahr 2017 plant IBM ein umfassendes SDK (Software Development Kit), das die Schnittstelle zwischen herkömmlichen und Quantencomputern verbessern soll. Es soll unter anderem Tools mitbringen, die Programme in ein Format umwandeln, welches Quantenrechner verarbeiten können.

Weitere Details lassen sich dem Blogbeitrag entnehmen. Neben dem Python-Client ist auf GitHub auch die Spezifikation von OPENQASM verfügbar. (rme)

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