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IBM investiert eine Milliarde Dollar in Watson

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In einem erneuten Versuch, die Cognitive-Computing-Technik seines Watson-Projekts einem breiteren Anwenderfeld zugänglich zu machen, hat IBM mit der IBM Watson Group eine neue Geschäftseinheit vorgestellt. Angaben des Unternehmens zufolge sollen mehr als eine Milliarde US-Dollar in das Projekt fließen, wobei 100 Millionen als Risikokapital für Unternehmer und Start-Ups eingeplant sind, die sich der Entwicklung von Watson-Apps widmen. Die Leitung der Gruppe übernimmt der zuletzt als Senior Vice President der IBM Software Solutions Group tätige Michael Rhodin.

Von einem Hauptquartier in New York aus soll die Watson Group daran arbeiten, der Cognitive-Computing-Technik, den Sprung in die Industrie zu ermöglichen. Es sind vier Untergruppen vorgesehen, von denen sich eine mit der Weiterentwicklung der Kern-Codebase beschäftigt (Innovation), eine geeignete Industrien und Märkte für Watson sucht (Transformation), eine sich um die Umsetzung der von Kunden gewünschten Watson-Anwendungen kümmert (Implementation) und eine letzte Marketing und Verkauf der Watson-Produkte steuert (Engagement).

Watson hatte Anfang 2011 Berühmtheit erlangt, als das Computersystem als Kandidat an der Quiz-Show Jeopardy! teilnahm und gewann. Ende 2013 stellte IBM das System dann über die Cloud als Entwicklungsplattform bereit. Das Watson zugrunde liegende DeepQA-Projekt wurde entwickelt um digitale Antworten auf in natürlicher Sprache eingegebene Fragen zu finden. Es versucht zunächst die Frage zu verstehen und anhand der Informationen auf die das System Zugriff hat, mögliche Antworten zu finden. Um die richtige zu bestimmen, prüft das System dann die ihm vorliegenden Hinweise mit verschiedenen Algorithmen, um eine Gewichtung zu genieren, aus der sich dann die wahrscheinlichste Antwort berechnen lässt. Besonders propagierte Anwendungsgebiete scheinen momentan der Medizin- und Finanzsektor zu sein.

Im Zuge der Ankündigung stellte IBM zudem noch die neuen Watson-Produkte Discovery Advisor und Analytics Advisor vor. Ersteres soll die Forschung erleichtern, indem es bei Suchanfragen versucht, passende neue Entdeckungen oder Erkenntnisse zur Lektüre vorzuschlagen und somit den normalerweise zum Durchsuchen nötigen Aufwand reduziert. Der Analytics Advisor soll es hingegen ermöglichen, natürliche Fragen und zugehörige Datenmengen in die Cloud zu übergeben, in der Watson den Input verarbeitet und die Antwort visuell entsprechend aufbereitet ausgibt. (jul)