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IBM macht Supercomputer Watson zur Cloud-Entwicklungsplattform

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IBM öffnet die dem Supercomputer Watson zugrunde liegende Cognitive-Computing-Technik (DeepQA), sodass sich diese als Entwicklungsplattform in der Cloud nutzen lassen soll. Watson hatte Berühmtheit erlangt, als IBM den Supercomputer Anfang 2011 gegen zwei Champions der Jeopardy!-Quizshow antreten ließ. Bei der Auseinandersetzung konnte er sich schließlich durchsetzen. Zwischenzeitlich hatte Big Blue geplant, Watson bei einem Cloud-Angebot für Ärzte in Krankenhäusern zu verwenden. Dabei sollte das System vor allem die Diagnose seltener Krankheiten verbessern. Auch war von Szenarien bei Management-Entscheidungen und in der Kundenberatung die Rede.

Jeopardy! im Februar 2011: Der Bildschirm für Watson in der Mitte.

Die heutige Watson-Hardware ist nicht mehr mit der aus der Jeopardy!-Zeit vergleichbar. Die damalige Umsetzung umfasste ein System mit 2880 Kernen und 14 Terabyte RAM, die jetzige Basiskonfiguration besteht wohl aus 16 bis 32 Kernen mit 256 GByte RAM. Doch besteht die Möglichkeit, die Watson-Konfigurationen miteinander zu verknüpfen, sollte nach oben skaliert werden müssen. Außerdem werden nun mehr Dokumenttypen unterstützt, und es lassen sich offenbar mehrere Elemente innerhalb dieser Dokumente, etwa eingebettete Tabellen, erkennen. Außerdem kann Watson anscheinend detaillierter auf Fragen antworten.

Mit einigen Partnern hat IBM bereits diverse Applikationsszenarien ausgearbeitet, die im Rahmen der zukünftigen IBM Watson Developers Cloud angeboten werden sollen, ansonsten ist einiges auch noch in der Schwebe und noch nicht fertig ausgearbeitet. Mit einem kommerziellen Angebot ist im nächsten Jahr zu rechnen. Die Watson-Cloud erhält ein Software Development Kit (SDK) und Zugangsmöglichkeiten zur Watson-API. Des Weiteren wird IBM Test- und Schulungsmaterialien sowie einen Marktplatz (IBM Watson Content Store) für Anwendungen bereitstellen. Der Softwareriese ist zusätzlich an der Zusammenarbeit mit Risikokapitalgebern interessiert, um Startups zu fördern, die mit Watson betriebene Software entwickeln wollen. Zur Interaktion mit Watson werden offenbar REST-Schnittstellen benötigt.

Dank "cognitive computing" ist Watson in der Lage, die Bedeutung menschlicher Sprache zu verstehen und ständig dazuzulernen. So soll das System auf einzelne Kunden zugeschnittene personalisierte Antworten liefern können. Die Watson zugrunde liegende Software ist in unter anderem Java, C++ und Prolog geschrieben. Sie verwendet das Big-Data-Framework Apache Hadoop, Apache UIMA (Unstructured Information Management Architecture) und SUSE Linux Enterprise Server 11. Laut IBM kommen mehr als 100 verschiedene Techniken zum Einsatz, um natürliche Sprache zu analysieren, Quellen zu identifizieren, Ergebnisse zu finden und zu generieren sowie diese zu bewerten.

Siehe dazu auch auf Telepolis: