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IDE: KDevelop wechselt auf Clang

Statt einer Eigenentwicklung kommt in der nun verfügbaren fünften Hauptversion Clang zur C- und C++-Analyse zum Einsatz. Außerdem ist in naher Zukunft mit einer Windows-Version der IDE zu rechnen.

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IDE: KDevelop wechselt auf Clang

Die zu KDE gehörende Entwicklungsumgebung KDevelop steht nach gut zwei Jahren Entwicklung und 10 Monaten Betaphase in Version 5.0 zum Download bereit. Um sie testen zu können. ohne die IDE systemweit zu aktualisieren, stehen erstmals auch als experimentell ausgezeichnete, selbstständig ausführbare Linux-Binaries zur Verfügung.

Mit dem aktuellen Release verabschieden sich die Entwickler von ihrem selbstentwickelten C++-Parser und dem semantischen Analyzer für die Sprache. Da zuletzt viel Zeit in die Umsetzung von Sonderfällen und neuen Sprachfeatures geflossen war und der Code wenig Möglichkeiten für Performance-Verbesserungen oder größere neue Features bot, hat das KDevelop-Team beides durch ein Clang-nutzendes Sprach-Plug-in ersetzt. Letzteres hat den Vorteil, dass es nicht nur mit dem aktuellen C++-Standard umgehen kann, sondern auch C und Objective-C kennt. Zudem liefert es Compiler-Warnungen direkt in den Editor und macht dort Vorschläge zum Beheben etwaiger Fehler.

Die Entwickler weisen trotz der Vorteile darauf hin, dass die Performance mit dem neuen System auf alten Maschinen schlechter ausfallen kann als bisher. Da es allerdings besser mit steigender Prozessorkernzahl skaliert, sollen sich Nutzer modernerer Rechner über schnellere Arbeitsabläufe freuen können. Außerdem ist anzumerken, dass noch nicht alle Funktionen des alten C++-Supports portiert sind, das Team aber daran arbeitet. C++-Programmierer hält es dazu an, mindestens Clang 3.8 einzusetzen, um die Neuerungen bestmöglich nutzen zu können.

Nicht nur beim C++-Support hat sich das Team von eigenen Projekten gelöst. So nutzt KDevelop nicht länger einen eigenen CMake-Interpreter sondern arbeitet mit den Metadaten, die CMake selbst liefert. Zwar ist der Umgang mit derartigen Dateien nun zuverlässiger, allerdings stehen dadurch vorerst auch einige Integrationen wie der Wizard zum Hinzufügen von Dateien nicht mehr zur Verfügung. Auch dessen sei man sich bewusst und plant, daran zu arbeiten.

Darüber hinaus kann KDevelop 5.0 nun offiziell mit QML, JavaScript und QMake-Projekten umgehen, zukünftig könnten Ruby, Go und Rust dazukommen. Um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern, sind die automatischen Hilfs-Pop-ups Assistenten in Form von Navigations-Widgets gewichen, sodass Entwickler nicht mehr durch sie abgelenkt werden.

Durch die Portierung der aktuellen Version auf KDE Frameworks 5 und Qt 5 soll zudem in naher Zukunft eine experimentelle Windows-Version der Entwicklungsumgebung zur Verfügung stehen. Informationen zu weiteren Neuerungen lassen sich in einem Blogbeitrag zum Thema nachlesen. (jul)