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IcedRobot: Android-Apps mit dem OpenJDK

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Nicht nur kommerzielle Anbieter wie die Schweizer Myriad-Gruppe sind daran interessiert, eine von Googles Dalvik-Virtual-Machine unabhängige Laufzeitumgebung für Android-Applikationen zu schaffen, auch aus der Open-Source-Community gibt es Bemühungen dazu. Auf der am letzten Wochenende veranstalteten FOSDEM-Konferenz wurde mit IcedRobot ein Projekt vorgestellt, das zum Ziel hat, Android-Applikationen mit dem OpenJDK laufen zu lassen, ohne dabei Dalvik und die Bibliotheken des Apache-Projekts Harmony zu verwenden. Die Java-Implementierung der Apache Software Foundation stellt die Grundlage für Androids virtuelle Maschine dar.

IcedRobot vereint drei Projekte: GNUDroid soll unter dem Namen IcedRobot Micro Edition eine Android-Implementierung unter Verwendung der Standardklassenbibliotheken des GNU-Classpath-Projekts und des OpenJDK schaffen. GNUBishop will Android mit Desktop-Funktionen anreichern, was dann unter der Bezeichnung IcedRobot Standard Edition erscheinen soll. Dadurch könnten dann Android-Apps auch auf einem Linux-Desktop oder Betriebssystemen von etwa Apple oder Microsoft laufen. Schließlich entwickeln die an dem Projekt Beteiligten mit Daneel eine Java interpretierende Virtual Machine für Dalvik, die als "Brücke zwischen den beiden Welten" von Dalvik und OpenJDK fungieren soll.

Bislang ist für das Projekt noch kein Code verfügbar, aber laut Mario Torre, einem der Schöpfer der Idee, wird bereits daran gearbeitet, Dalvik von seinem spezifischen, von Android genutzten Linux-Kernel zu entkoppeln, sodass der Code unabhängig davon laufen kann. Eine Hoffnung hinter dem Projekt ist es, einen Konverter von Androids DEX-Bytecode (Dalvik Executable) in Richtung Java-VM-Bytecode zustande zu bringen.

Mehr Informationen finden Interessierte in der FOSDEM-Präsentation (PDF) und in Torres Blog. Die Domain www.icedrobot.org ist mittlerweile registriert, allerdings gibt es noch keine Website für das Projekt. (ane)