Internet der Dinge: Google bringt Android Things

Googles von Android abgeleitete Betriebssystem für das IoT mit Namen Brillo blickt auf keine besondere Erfolgsgeschichte zurück. Mit dem unter anderem für Raspberry Pi verfügbaren Android Things wagt der Suchmaschinenanbieter einen zweiten Anlauf.

 –  11 Kommentare
Google startet Android Things
Anzeige

Google hat mit Android Things ein neues System angekündigt, das im Wesentlichen eine Umbenennung des im Mai 2015 vorgestellten Brillo ist. Wegen der besonderen Bedürfnisse des IoT (Internet of Things) erfährt die Android Runtime eine Erweiterung. Schließlich kommunizieren die Systeme über diverse Busse mit Hardware von Drittanbietern. Zudem hat Android Things ein stark geändertes Benutzerinterface: Statt den Anwendern eine komplette Android-Oberfläche anzubieten, startet das System direkt die MSR-Applikation. (Mess-, Steuer und Regeltechnik).

Die einzelnen Schichten von Android Things (Bild: Google)

Das führt zu einigen wichtigen Änderungen: Erstens fehlt eine Vielzahl von Intents und Services und zweitens muss nicht unbedingt ein Display vorhanden sein. Google spezifiziert die diversen Einschränkungen auf der Seite zum SDK.

Eine neue, als Peripheral I/O API bezeichnete Programmierschnittstelle erlaubt Entwicklern den Zugriff auf I2C- (Inter-Integrated Circuit) und SPI-Busse (Serial Peripheral Interface), die Interaktion mit GPIO-Pins (Allzweckeingabe/-ausgabe) und das Kommunizieren per UART (Universal Asynchronous Receiver Transmitter). Der insbesondere im Bereich der Temperatursensoren weit verbreitete OneWire-Bus wird derzeit nicht unterstützt. Wegen der Implementierung auf Basis von Java ist fraglich, wie es um die Echtzeitfähigkeiten steht.

Das in Android seit einiger Zeit vorhandene Sensor-Fusion-Framework ermöglicht Google Applikationen zu realisieren, die stärker auf die Umgebung des Geräts eingehen. Über ein als "User Space Drivers" bezeichnetes Konzept können Entwickler die über die diversen Bussysteme eingehenden Sensordaten zum Betriebssystems weiterleiten, wo sie den diversen Google-Diensten zur Verfügung stehen.

Wer mit Android Things sofort loslegen möchte, findet auf der Entwickler-Site eine Gruppe einsatzbereiter Images. Neben dem Raspberry Pi unterstützt das System auch einige andere Boards – weitere Informationen zum Deployment auf finden sich unter den Projektbeispielen. Entwickler sollten die in den Release Notes aufgeführten Warnungen für die einzelne Plattformen beachten. (Tam Hanna) / (rme)

Anzeige