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JBoss-Nachfolger WildFly ist fertig

Die jetzt freigegebene Version 8 des Java-Anwendungsservers, der früher JBoss hieß, ist mit der Java Enterprise Edition 7 kompatibel.

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Der quelloffene Java-Anwendungsserver JBoss firmiert mittlerweile unter WildFly. Der frühere Name ist seitdem den kommerziellen Angeboten rund um Red Hats Applikationsserver vorbehalten. Nachdem das WildFly-Projekt unter dem neuen Namen im letzten Frühjahr erstmals vorgestellt wurde, ist nun die Version 8.0 des Servers freigegeben worden.

Wildfly ist jetzt offiziell kompatibel zu der im Frühsommer 2013 freigegebenen Version 7 der Java Enterprise Edition (Java EE). Bei Java EE 7 waren neben vollwertigen Spezifikationen wie WebSockets (JSR 356) und JSON (JSR 353) auch die HTML-5-Unterstützung in den JavaServer Faces (JSF) hinzugekommen. Der Java Specification Request 352 standardisiert außerdem ein Programmiermodell für Batch-Anwendungen und bietet eine Laufzeitumgebung, um solche "Jobs" zu planen und auszuführen. Einen verbesserten Zugriff auf die Ressourcen der Container ermöglichen die Concurrency Utilities. Mit ihnen lässt sich zuverlässig und in Synchronisation mit den Containern mit Threads in Java EE arbeiten.

Mit Undertow ist ein neuer hochperformanter und nichtblockierender Webserver standardmäßig in WildFly eingerichtet. Er unterstützt HTTP Upgrade, wodurch die Java-Entwickler verschiedenartige Protokolle via Multiplexverfahren über den Webport verarbeiten können, ohne dabei an Leistung zu verlieren, sowie Support für die Java-EE-7-Techniken WebSockets und Servlet 3.1.

Weitere neue Features sind ein Java-Security-Manager und eine DistributedWorkManager-Implementierung auf Basis des JGroups-Projekts. Neu ist auch RESTEasy 3, das die REST-APIs von Java EE (JAX-RS 2.0) implementiert und einige Webservice-Erweiterungen wie JSON Web Encryption, Jackson, Yaml, JSON-P und Jettison unterstützt. Überarbeitet wurden der JCA-Connection-Manager (Java EE Connector Architecture), die Cluster-Unterstützung und die CLI-Konfiguration (Command Line Interface). Auch bei der Java-8-Unterstützung sind die WildFly-Entwickler weit, obgleich die nächste Java-Version erst am 18. März erscheinen soll.

Andere Neuerungen und Updates finden Interessierte in der Ankündigung. Diese weist auch darauf hin, dass einige Softwarekomponenten, die in Abhängigkeit mit WildFly stehen, aktualisiert wurden.

Nachdem Oracle im Herbst vorigen Jahres bekannt gegeben hatte, keine kommerzielle Ausgabe der Java-EE-7-Referenzimplementierung GlassFish 4.0 mehr anzubieten, liegt die Chance für WildFly darin, mit der Rückendeckung von Red Hat sozusagen zu der Open-Source-Wahl schlechthin unter den Java-Anwendungsservern zu werden. Erst kürzlich haben Red-Hat-Entwickler einen Blog-Eintrag über die Migration von GlassFish nach WildFly veröffentlicht. Außenseiterchancen besitzt noch der TomEE-Server, dessen Hauptentwickler seit September 2013 mit Tomitribe ein Unternehmen führt, das kommerzielle Dienstleistungen zur Java Enterprise Edition des Apache Tomcat anbietet. (ane)