Jährliches Release: Eclipse-IDE steht in Version 4.5 bereit

Erstmals mit einem Installer ausgestattet erreicht nun schon zum zehnten Mal der Eclipse Release Train pünktlich sein Ziel. Neuerungen sollen vor allem die Qualität des Projekts sichern und Trendthemen wie Docker abdecken.

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Eclipse Mars
Von
  • Julia Schmidt

79 Eclipse-Projekte und 380 Committer haben sich am diesjährigen Simultaneous Release der Entwicklungsumgebung beteiligt. Es ist der zehnte Release Train der Stiftung, die so versucht, möglichst viele Neuerungen zu bündeln und den Nutzern der IDE und der damit zusammenhängenden Projekte durch feste Termine ein gewisses Maß an Zuverlässigkeit zuzusichern. Die auf den Namen Eclipse Mars getaufte Version 4.5 soll vor allem Geschwindigkeit und erhöhte Qualität bieten. So lässt sich beispielsweise erklären, warum alle Eclipse-Pakete mit einer automatisierten Fehler-Reporting-Funktion ausgestattet sind, die beim Einsatz auftretende Fehler an das entsprechende Team meldet.

Nach der Veröffentlichung des Supports von Java 8 im letzten Release, Eclipse Luna, liefert die aktuelle Version Java-Entwicklern unter anderem sogenannte Quick Fixes für die derzeitige Version der Programmiersprache und die Möglichkeit, verschachtelte Projekte im Project Explorer hierarchisch darstellen zu können. Über den Eclipse Marketplace können Interessierte zudem eine Early-Access-Version des Java-9-Supports installieren, um schon ein wenig mit der kommenden Version arbeiten zu können.

So verteilen sich bei Eclipse Luna die Downloads der unterschiedlichen Eclipse-Distributionen

(Bild: Holger Voormann )

Zu den wichtigen Änderungen in Unterprojekten zählen unter anderem eine Client API, die das Jubula-Projekt zum Erstellen von Testfällen in Java eingeführt hat, und der Versionssprung im Sirius-Projekt. Letzterer zeichnet sich wohl vor allem durch ergänzende Features zum Erstellen von Diagrammen sowie Verbesserungen der Abfragesprache und bei der Arbeit mit großen Modellen aus. Darüber hinaus enthält Eclipse nach dem Update unter anderem ein UI Monitoring Tool, das Aufschluss darüber geben soll, welche Tasks UI Threads blockieren und so zu einem (zeitweiligen) Einfrieren der Benutzeroberfläche führen. Nutzer, die ihre Projekte nicht nur lokal, sondern auch auf externen Geräten wie einem Arduino laufen lassen wollen, finden im C/C++ Development Tooling (CDT) von Mars einen optionalen Launch-Balken, der dabei behilflich ist.

CDT ist wohl zudem mit der Möglichkeit ausgestattet, C- und C++-Anwendungen direkt als eine Docker-Container-Applikation laufen zu lassen. Aber auch an anderen Stellen hat die Container-Technik Einzug gehalten: So stehen etwa Sichten zur Verfügung, mit denen sich Docker-Images und laufende Container verwalten lassen sollen. Außerdem soll es durch eine entsprechende Ergänzung leichter fallen, sich mit einem Docker-Daemon zu verbinden und auch die Linux Tools enthalten Neuerungen zum Bauen und Verwalten von Docker Images.

Andere Tools, die sich nach dem Update besser mit Eclipse verwenden lassen sind die Build-Management-Tools Gradle und Maven. Durch das Buildship-Projekt etwa können Nutzer aus der IDE heraus Gradle Builds aufsetzen, konfigurieren und anstoßen. In Sachen Maven sollen Archetypes nun besser integriert sein, überarbeitete Autovervollständigung im POM-Editor vorliegen und testweise Unterstützung für automatische Konfigurationsupdates enthalten sein.

Entwicklern, die Eclipse unter OS X nutzen wollen, steht mit dem Mars-Release erstmals eine richtige Mac-Anwendung zur Verfügung, die die Installation deutlich erleichtern und dafür sorgen soll, das Funktionen wie "Öffnen mit" nun wie gewünscht funktionieren. Ebenfalls beim Installieren behilflich soll das neue Projekt Oomph sein, dass unter anderem eine Option bietet, um Nutzereinstellungen aufzunehmen uns sie zwischen Workspaces zu teilen. Oomph ist auch dafür verantwortlich, dass es mit dem Mars-Release erstmals auch einen Eclipse Installer gibt. Bisher wurden die Programmpakete lediglich in Form von ZIP-Dateien angeboten. (jul)