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Java 9 verspätet sich ein wenig

Der bei Oracle für die Java-Entwicklung zuständige Ingenieur hat sich für ein neues Release-Datum im Juli 2017 ausgesprochen. Das für ein modularisiertes Java zuständige Projekt Jigsaw ist noch nicht so weit.

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Allem Anschein nach wird sich die Veröffentlichung von Java 9 etwas verspäten. Nachdem das Release bislang für März 2017 vorgesehen war, hat nun Mark Reinhold, der bei Oracle verantwortliche Entwickler, über die OpenJDK-Maling-Liste Juli 2017 als neuen Veröffentlichungstermin für das JDK 9 (Java Development Kit) vorgeschlagen. Man ist anscheinend derzeit nicht so weit, um das zuvor anvisierte Datum für eine stabile und sichere nächste Java-Version halten zu können.

Von den 58 für das JDK 9 angedachten JDK Enhancement Proposals seien viele bereits fertig, andere fast, so Reinhold. Aufschub benötige aber das Project Jigsaw, das zentrale Java-9-Feature, in dem ein Modulsystem für Java entwickelt wird. Nachdem dieses seit März 2016 Bestandteil des zentralen JDK-9-Entwicklungsstrangs ist, haben die Entwickler der Programmierplattform viel Feedback erhalten, auch auf dessen Basis sie nun zu dem Eindruck gelangt sind, dass Jigsaw mehr Zeit benötige. Auch sei die Anzahl der offenen Bugs höher als zu einem vergleichbaren Zeitpunkt beim JDK 8.

Was erst mal als Vorschlag formuliert ist, wird aller Voraussicht nach dann auch so durchgezogen. So war das zumindest bei sämtlichen von Reinholds Ankündigungen zu Verschiebungen früherer Java-Releases. Über die Mailing-Liste erhält Reinhold bislang durchgehend Zustimmung. Der Tenor der Stimmen geht einhellig in Richtung eines gut abgewogenen und qualitativ hochwertigen finalen Release.

Die Modularisierung ist ein schon seit 2005 unter Java-Entwicklern diskutiertes Ziel. Durch Vorschläge der Betreiber des Industriestandards OSGi, mit dem sich seit deutlich mehr als zehn Jahren Java-Programme und ihre Dienste über ein Komponentenmodell modularisieren und verwalten lassen, war es lange Zeit auch ein politisch motiviertes Thema. Zeitweilig gab es sogar mehrere Spezifikationen innerhalb des Java Community Process (JCP) zur Modularisierung. Letztlich haben die Bemühungen ihre Heimat im Project Jigsaw gefunden, doch musste die tatsächliche Umsetzung schon für Java 7 und Java 8 verschoben werden.

Bei der Modularisierung von Java geht es vor allem darum, zukünftig die Java Standard Edition (Java SE) auch auf kleineren, leistungsschwachen Geräten einsetzen zu können, ohne dabei auf eine hinreichende Sicherheit und Performance verzichten zu müssen. Erreicht wird das durch abgespeckte, auf die jeweiligen Möglichkeiten des Zielgeräts angepasste Java-SE-Bundles.

Mit Jigsaw will Oracle nicht nur ein Modulsystem für Java-Anwendungen, sondern auch eine modulare Java-Plattform schaffen. Das modulare Java könnte nahezu beliebige Konfigurationen bereitstellen, die sowohl komplette Server als auch schlanke Hardware unterstützen. Neben der puren Größe von Java-Installern würde ein solches Konstrukt auch das modulare Laden notwendiger Bibliotheken ermöglichen und schließlich vermutlich die Laufzeitgeschwindigkeit erhöhen. Andere Programmierplattformen wie Perl, Node.js., .NET und Python sind beim Thema Modularisierung schon deutlich länger unterwegs.

(ane)