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Java-Alternative Ceylon: Features komplett, Beta-Status erreicht

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Die Programmiersprache Ceylon hat nun offenbar Beta-Qualität. Außerdem werden laut Gavin King, der die Sprache initiiert hatte, erst mal keine weiteren neuen Features mehr dazu kommen. Das Augenmerk der weiteren Entwicklung liegt bis zum Erscheinen der fertigen Version 1.0 auf dem Beheben von Fehlern und Arbeiten am Verhalten der Sprache und der mit ihr gebündelten Werkzeuge.

Der bei Red Hat angestellte King ist in der Java-Community vor allem als Miterfinder der Persistenztechnik Hibernate bekannt. Als er vor rund zweieinhalb Jahren Ceylon vorstellte, bezeichnete er diese als "neue Generation der Java-Programmiersprache". Des Weiteren sah er seine Programmiersprache als von Java beeinflusst, aber auch als zeitgemäße Sprache, die sowohl eingedenk der positiven Eigenschaften als auch der Fehler Javas entstanden war. An anderer Stelle hieß es, dass es das Ziel sein müsse, mit der Java-SE-Plattform zu brechen und die Java-Entwicklung mit einer modularen Architektur unter einer neuen, auf der Java Virtual Machine beruhenden Sprache voranzubringen.

Das Feedback auf solche Äußerungen war immens, King hatte mit seiner Einschätzung einen wunden Punkt getroffen, denn nicht wenige waren mit der zögerlichen Weiterentwicklung und einiger nicht mehr als zeitgemäß erachteter Features von Java unzufrieden. Zwischen der Freigabe von Java 6 und der von Java 7 lagen fast fünf Jahre, und andere Features wie die lang ersehnten Lambda-Funktion ziehen gar erst im für nächstes Frühjahr angekündigten Java 8 ein. Die Umstände gaben anderen, auf der JVM (Java Virtual Machine) laufenden Programmiersprachen wie Scala die Steilvorlage, Fans und Marktanteile zu gewinnen. Auch schossen weitere Java-Herausforderer wie das von JetBrains entwickelte Kotlin aus dem Boden.

King räumt ein, dass für den jetzigen Stand der Entwicklung viel mehr Zeit aufgewendet wurde, als geplant war. Dafür sei deutlich mehr in der Beta zu finden, als er erwartetet hatte. Sie bietet nun die Möglichkeit, Ceylon-Programme auf Ceylon sowohl auf virtuellen Java- und JavaScript-Maschinen auszuführen und operabel mit nativem Java- und JavaScript-Code zu sein. Neben der Spezifikation gibt es ein Kommandozeilenpaket einschließlich Compiler für Java und JavaScript, mit dem sich modulare Programme auf der JVM und mit Node.js ausführen lassen. Die modularisierte Architektur der Sprache soll bei der Organisation des Codes, dem Abhängigkeitsmanagement und der Isolierung der Module zur Laufzeit helfen. Zugleich mit der Sprache wurde die sich in Eclipse integrierende Ceylon IDE 1.0 Beta veröffentlicht.

Ceylon selbst ist statisch typisiert, unterstützt Funktionen höherer Ordnung und soll dabei einfach zu erlernen und zu lesen sein. Darüber hinaus gibt es optionale und benannte Parameter sowie Nullable Types, außerdem Typinferenzen über das "local"-Schlüsselwort. Das offizielle Ceylon-Motto lautet: "Say more, more clearly." (ane)