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Java-Anwendungsserver: Red Hat gibt WildFly 10 frei

WildFly 10

Die nun verfügbare Version 10 des Enterprise-Java-Servers stellt die Basis für Red Hats kommerzielle JBoss Enterprise Application Platform 7 ist zugleich das dritte größere Release seit dem Namenswechsel des Open-Source-Projekts.

Red Hat hat die Version 10 des Java-Anwendungsservers WildFly[1] veröffentlicht. Er implementiert sämtliche Spezifikationen von Java EE 7 Full Profile und Java EE 7 Web Profile, den derzeit aktuellen Ausgaben des Enterprise-Java-Standards. Die Unterstützung für Java 7 wurde aufgekündigt, was eine bessere Integration mit dem aktuellen Java 8 gewährleisten soll. Der Server lässt sich darüber hinaus mit den gegenwärtigen Development Snapshots des für nächstes Jahr zu erwartenden Java 9 nutzen.

Anstelle des Message Broker HornetQ enthält WildFly nun seine Weiterentwicklung ActiveMQ Artemis, die sich, obgleich um etliche neue Funktonen angereichert, auf Protokollebene kompatibel mit HornetQ verhalten soll. Das neue Release bindet das Undertow-JS-Projekt[2] ein. Dadurch lassen sich serverseitige Skripte schreiben, die den Zugriff auf CDI- (Contexts and Dependency Injection) und JPA Entity Beans (Java Persistence API) herstellen können. Unter dem Namen Undertow firmiert ein noch junger mit dem HTTP/2-Standard konformer Webserver.

Für Entwickler dürfte außerdem noch interessant sein, dass nun die Version 5 des Persistenz-Frameworks Hibernate[3] unterstützt wird und Powershell-Skripte zum bin-Verzeichnis der WildFly-Distribution ergänzt wurden. In zukünftigen Releases sollen sie .bat-Skripte ersetzen. Mit WildFly 10 ist es schließlich möglich, jede beliebige Anwendung als "Singleton Deployment" einzurichten. Dadurch sollen sich Anwendungen auch im Cluster stets auf einem bestimmten Serverknoten installieren lassen. Beim Ausfall eines Node startet die Anwendung auf einem anderen Knoten automatisch neu.

Mit WildFly 10 ist bereits das dritte größere Release des Java-Anwendungsservers erschienen, seit der Open-Source-Server unter diesem Namen läuft. Zum Namenswechsel war es gekommen, weil das hinter ihm stehende Unternehmen eine stärkere Abgrenzung zum kommerziellen auf WildFly basierenden Angebot wünschte. Das erste Release – WildFly 8[4] – war im Februar 2014 erschienen, das zweite unter der Versionsnummer 9[5] folgte im Juli 2015. Schon diese Version war mit der Java EE 7 (Java Enterprise Edition) kompatibel. WildFly stellt die Basis für das nächste Release von Red Hats kommerzieller JBoss Enterprise Application Platform 7[6] (JBoss EAP 7) (ane[7])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3088438

Links in diesem Artikel:
[1] http://wildfly.org/news/2016/01/29/WildFly10-Released/
[2] http://wildfly.org/news/2015/08/10/Javascript-Support-In-Wildfly/
[3] https://www.heise.de/meldung/Hibernate-5-0-mit-neuer-Bootstrapping-API-2789125.html
[4] https://www.heise.de/meldung/JBoss-Nachfolger-WildFly-ist-fertig-2111301.html
[5] https://www.heise.de/meldung/Java-Anwendungsserver-Red-Hat-veroeffentlicht-WildFly-9-2734153.html
[6] https://www.heise.de/meldung/Red-Hat-veroeffentlicht-erste-Beta-von-JBoss-EAP-7-3049880.html
[7] mailto:ane@heise.de