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Java-Expertise in der Cloud: Microsoft schnappt sich jClarity

Mit dem Start-up bekommt Microsoft Expertise im Bereich Java-Performance. Mitarbeiter von jClarity sind außerdem bei Initiativen wie AdoptOpenJDK involviert.

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Microsoft hat das 2012 gegründete britische Start-up-Unternehmen jClarity übernommen. Dieses gilt als ausgewiesener Experte in der Optimierung datengesteuerter Java Virtual Machines (JVM). Außerdem sind Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich an Initiativen wie Adopt a JSR und AdoptOpenJDK involviert. Deren Mannschaft soll fortan helfen, die Entwicklungen bei der Java-Plattform auf Microsofts Cloud-Umgebung Azure zu nutzen.

AdoptOpenJDK ist eine kostenlose, von jClarity maßgeblich mitinitiierte OpenJDK-Implementierung, die Unternehmen wie Amazon, Azul, GoDaddy, IBM, Microsoft, Pivotal, Red Hat, SAP und eben auch Microsoft (seit 2018) unterstützen. AdoptOpenJDK verwendet Infrastruktur-, Build- und Testskripte, um vorkonfigurierte Binärdateien aus OpenJDK-Klassenbibliotheken für die HotSpot VM des OpenJDK und die VM von OpenJ9, der OpenJDK-Distribution der Eclipse Foundation, zu erstellen.

Microsoft schreibt in der Ankündigung zur Übernahme, dass es in den vergangenen Jahren zunehmend Java genutzt habe und mittlerweile mehrere Implementierungen wie Azure HDInsight und Minecraft biete. Darüber hinaus hätten Microsoft-Kunden wie Adobe, Daimler und Société Générale ihre Java-Produktions-Workloads nach Azure gebracht.

jClarity bietet mit Censum eine lokal installierbare Software und mit Censum as Service einen Cloud-Dienst, bei denen Agenten auf den zu überwachenden Systemen installiert werden und die Ergebnisse zur Analyse liefern. Dabei werden beispielsweise I/O-Flaschenhälse, Garbage-Collection-Probleme, Deadlocks und Wartezeiten untersucht und gemeldet. Der Agent ist eine Java-Anwendung, die als Prozess auf dem zu überwachenden System läuft. Über ein Dashboard können sich Kunden die gesammelten Ergebnisse anschauen. In den vergangenen Jahren ist mit Illuminate eine Machine Learning nutzende Performance-Diagnose-Engine hinzugekommen.

jClarity-Kunden werden laut Martijn Verburg, bisheriger CEO von jClarity und nun Principal Engineering Group Manager (Java) bei Microsoft, wohl in den kommenden Wochen kontaktiert, um sie in Produkt- und Supportfragen infolge der Übernahme zu unterstützen.

Gerade in jüngerer Vergangenheit sind etliche bekannte Java-Entwickler zu Microsoft gestoßen, darunter Ed Burns, Oracles langjähriger Betreiber der JavaServer Faces (JSF), und Oracles früherer Java-EE-Evangelist Reza Rahmin. (ane)