JavaOne: Oracle veröffentlicht Early-Access-Release des JDK 9

Auf der großen Java-Konferenz in San Francisco hat der Java-Statthalter ein frühes Release der nächsten Sprachversion zum Download freigegeben. Die wichtigsten Änderungen dürften im Zusammenhang der Modularisierung geschehen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 83 Beiträge
Von
  • Lars Röwekamp

In der an Neuigkeiten eher lauen Keynote zur Eröffnung der JavaOne in San Francisco gab es am Ende doch noch eine Ankündigung, die ein wenig aufhorchen ließ: Die beiden Oracle-Ingenieure Mark Reinhold, Chef-Architekt der Java Platform Group, und Spracharchitekt Brian Goetz kündigten die offizielle Verfügbarkeit der Early-Access-Version des JDK 9 an.

Mark Reinhold

(Bild: Oracle)

Das kommende Java-Release konzentriert sich auf Modularisierung, Performance, Stabilität und Portabilität. Mit Ausnahme von "Modularität" ist im Vergleich zu dem im März freigegebenen Java SE 8 (Java Standard Edition) also eher mit einer Evolution als mit einer Revolution zu rechnen. Der Status quo der zukünftigen Java-Version wird durch das Leitbild "bug fixes and small enhancements only" des aktuellen Build (b31) und der zugehörigen Liste mit Änderungen deutlich. Bisher wird in Form von Bugfixing hauptsächlich an der Stabilisierung der Plattform gearbeitet. Neu angedachte Features dagegen werden im Java Enhancement Process (JEP) gesammelt, um dann später in den JSRs (Java Specification Requests) für Java SE 9 einfließen zu können.

Das wohl wichtigste Vorhaben für Java SE 9 ist die Modularisierung des Sourcecodes im Rahmen des Project Jigsaw (JEP 201). Hier geht es darum, zukünftig Java SE auch auf kleineren, leistungsschwachen Geräten einsetzen zu können, ohne dabei auf eine hinreichende Security und Performance verzichten zu müssen. Erreicht wird das durch abgespeckte, auf die jeweiligen Möglichkeiten des Zielgeräts angepasste Java-SE-Bundles.

Ebenfalls angedacht ist eine neue API namens Process API Updates (JEP 102) zum Management von System-Prozessen. Motivation für diese API ist die Tatsache, dass Programmierer bei systemnahen Operationen nach wie vor auf nativen Code zurückgreifen müssen. Wie tief sich die API am Ende in das jeweilige Betriebssystem einklinken wird, ist derzeit noch nicht ganz klar. Die mit den Systemunterschieden verbundenen Risiken sind explizit in dem JEP erwähnt und Windows als besonders kritisch hervorgehoben.

Spannend dürfte für Entwickler auch die geplante Light-Weight JSON API (JEP 198) werden, die sowohl in Java SE als auch im Java Compact Profile und Java ME (Java Micro Edition) zum Einsatz kommen soll. Als Erweiterung des java.util-Pakets geplant, soll die API einen einfachen und leichtgewichtigen Weg zum Parsen und Generieren von JSON-Dokumenten gemäß RFC7159 zur Verfügung stellen. JSON Binding dagegen wird nicht Bestandteil der API werden. Bisher scheint es übrigens so, als wenn die neue API unabhängig von der bereits bestehenden Java API for JSON Processing (JSR 353) entworfen und umgesetzt werden soll.

Neben den bisher beschriebenen Entwickler-APIs wird das JDK 9 auch die eine oder andere interne Optimierung mit sich bringen. Sowohl das Improved Contented Locking (JEP 143) als auch der Segmented Code Cache (JEP 179) haben eine verbesserte Performance der Java-Plattform zum Ziel. (ane)