JavaScript: Angular vollbringt Sprung auf Version 4

Die vierte Hauptversion des Frameworks zum Erstellen von Single-Page-Anwendungen soll Entwicklern unter anderem den Umgang mit Templates erleichtern. Außerdem sind eine optimierte View Engine und die fertige Angular CLI Teil des Updates.

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JavaScript: Angular-Team vollbringt Sprung auf Version 4
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Nachdem Googles mit großer Spannung erwartetes JavaScript-Framework Angular 2 seit einem halben Jahr verfügbar ist, ist nun in Einklang mit dem im Dezember 2016 veröffentlichten Zeitplan die nächste größere Release freigegeben. Da das Core-Team für den Router, der die Implementierung von Navigationsstrukturen erleichtert, mehrere Anläufe genommen hat und dieser somit schon in Version 3 vorlag, hat man sich in Mountain View darauf verständigt, die neue Hauptversion Angular 4 zu nennen.

Auch wenn eine Änderung dieser größeren Version prinzipiell sogenannte Breaking Changes erlaubt, handelt es sich hierbei um eine evolutionäre Weiterentwicklung. Von den im letzten Monat erschienenen Release Canditates ist auch bekannt, dass sich Angular-2-Projekte ohne nennenswerten Aufwand auf Version 4 portieren lassen.

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Die neue Version unterstützt nun TypeScript 2.1 und 2.2 und enthält eine optimierte View Engine. Die damit vorkompilierten Templates sind nun um einiges kleiner und verbessern somit die Ladezeit. Daneben wurde das Community-Projekt Angular Universal, das ein serverseitiges Vorrendern von Ansichten erlaubt und das die für Consumer-Angebote essentielle Startperformance verbessern, in refaktorisierter Form in das Framework aufgenommen.

Ein paar kleinere Änderungen bei Kontrollstrukturen soll die Arbeit mit Templates vereinfachen: Zum einen kann ngIf nun mit einer neuen else-Klausel ein alternatives Template einblenden, wenn die definierte Bedingung nicht erfüllt ist. Zum anderen ermöglicht das neue Schlüsselwort as den Zugriff auf Daten, die innerhalb von Kontrollstrukturen mittels Pipes transformiert wurden. Da die Entwickler hierzu die zugrunde liegende Mikrosyntax erweitert haben, lässt sich das neue Schlüsselwort auch bei eigenen strukturellen Direktiven nutzen.

Um die Möglichkeiten rund um Tree Shaking, also dem Entfernen nicht benötigter Frameworkbestandteile, zu verbessern, wurde die Struktur der npm-Pakete umgestellt. In die selbe Kerbe schlägt das experimentelle Bereitstellen von Builds, die vollständig auf ECMAScript 2015 basieren sowie die versuchsweise Unterstützung für Googles Closure Compiler. Außerdem befindet sich das Animation-Module nun in einem eigenen Package, das sich zur weiteren Optimierung der Bundles weglassen lässt.

Parallel zu Angular 4 erscheint auch die finale Version der Angular CLI – dem offiziellen Commandline Interface für das Scaffolding von Angular-Projekten. Es generiert eine Projektstruktur, die sich an Best Practices orientiert, und bietet einen einfach zu nutzenden Build-Prozess. Gerade Letzteres soll eine große Hürde beim Projektstart beseitigen. Wem der vordefinierte Prozess zu wenig Freiheiten bietet, kann nun auf die lang diskutierte Eject-Funktion zurückgreifen und sich für das generierte Grundgerüst eine erweiterbare Webpack-Konfiguration erstellen lassen. (Manfred Steyer) / (jul)

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